NABUaktiv
Auf Erkundungstour zum „Mainzer Land“ in der Niederlausitz
Unsere Annäherung an die Niederlausitz vollzog sich ganz behutsam. Als im Jahr 2005
Rainer von Boeckh anlässlich seines 70. Geburtstages eine eigene Stiftung zur
Förderung des insgesamt 2000 Hektar großen NABU-Naturparadieses Grünhaus gründete,
war der Vorstand des NABU Mainz und Umgebung schnell entschlossen, hier mit
einzusteigen, und beschloss als erstes eine großzügige Spende zur Unterstützung.
Artenliste der während der Reise beobachteten Vögel (29.09.- 03.10.2006)
von S.O. Hoffmann & Erich Schmitt
Intensiver beobachtet wurde in folgenden Gebieten:
von S.O. Hoffmann & Erich Schmitt
Intensiver beobachtet wurde in folgenden Gebieten:
- Naturparadies Grünhaus / Mainzer Land, ausgehend von Sallgast und Lichterfeld
- Biosphärenreservat Spreewald, ausgehend von Lübben
- Parkanlage des Fürst Pückler, ausgehend von Schloss Branitz
- Stockente
- Krickente
- Schellente
- Haubentaucher
- Kormoran
- Weißstorch
- Graureiher
- Silberreiher
- Höckerschwan
- Graugans
- Habicht
- Mäusebussard
- Turmfalke
- Baumfalke
- Wanderfalke
- Seeadler
- Fischadler
- Rotmilan
- Kranich
- Kiebitz
- Dunkler Wasserläufer
- Großmöwe spec.
- Lachmöwe
- Ringeltaube
- Haustaube
- Schwarzspecht
- Grünspecht
- Hausrotschwanz
- Amsel
- Schilfrohrsänger
- Blaumeise
- Kleiber
- Eichelhäher
- Elster
- Nebelkrähe
- Kolkrabe
- Star
- Haussperling
- Buchfink
- Grünfink
- Gimpel
- Goldammer
- Grauammer
- Rohrammer
- Feldlerche
- Rauchschwalbe
- Mehlschwalbe
- Zaunkönig
- Bachstelze
In der „Mondlanschaft“ Grünhaus
Uns überzeugten im Wesentlichen die räumlichen Chancen für den NABU, die in der
Renaturierung dieser ehemals riesigen Braunkohletagebauflächen bei Finsterwalde
in der Niederlausitz bestehen, bieten sie doch sogar frei lebenden Wölfen einen
Lebensraum. Auch die Grundstückspreise spielten bei unserer Entscheidung eine
Rolle. Müssen wir in Rheinhessen bis zu 1,00 EUR pro Quadratmeter Boden zahlen,
genügt im „wilden“ Osten ein einziger Cent. Alle Flächen, die über
die Boeckh-Stiftung dauerhaft gesichert werden, werden von dem Projektleiter des
NABU-Naturparadieses Grünhaus Dr. Stefan Röhrscheid räumlich zusammengelegt, und
so entstand, einem Namensvorschlag von Karin von Boeckh folgend, das „Mainzer Land“
in der Niederlausitz.
Natürlich wollten wir Grünhaus auch einmal mit eigenen Augen sehen. Volkhard Lorenz erklärte sich spontan bereit, eine Reise dorthin zu organisieren. Am 29. September 2006 war es dann soweit. Bereits um 6:15 Uhr trafen wir uns als siebzehnköpfige Reiseschar am Mainzer Hauptbahnhof und traten kurz darauf unsere Zugfahrt nach Finsterwalde an. Gegen 13:30 Uhr wurden wir dort von Dr. Stefan Röhrscheid freudig begrüßt. Für die gesamte Zeit hatten wir einen kleinen Reisebus verfügbar, dessen Fahrer uns flexibel und zuverlässig von einem Programmpunkt zum nächsten chauffierte.
Natürlich wollten wir Grünhaus auch einmal mit eigenen Augen sehen. Volkhard Lorenz erklärte sich spontan bereit, eine Reise dorthin zu organisieren. Am 29. September 2006 war es dann soweit. Bereits um 6:15 Uhr trafen wir uns als siebzehnköpfige Reiseschar am Mainzer Hauptbahnhof und traten kurz darauf unsere Zugfahrt nach Finsterwalde an. Gegen 13:30 Uhr wurden wir dort von Dr. Stefan Röhrscheid freudig begrüßt. Für die gesamte Zeit hatten wir einen kleinen Reisebus verfügbar, dessen Fahrer uns flexibel und zuverlässig von einem Programmpunkt zum nächsten chauffierte.
Die Mainzer Reisegruppe am „Mainzer Land“-Findling
Nach einer kleinen Stärkung in einem Gasthaus ging es auch schon los. Wir besichtigten
zunächst unter fachkundiger Führung den noch aktiven Braunkohletagebau Welzow-Süd,
wo wir nicht nur mit der Technik des Braunkohletagebaus vertraut gemacht wurden,
sondern auch mit den enormen Auswirkungen des hiermit verbundenen Eingriffs in den
natürlichen Grundwasserhaushalt der Region. Weiter ging es zu einem bereits
stillgelegten Tagebauabschnitt bei Großräschen (Internationale Bauausstellung IBA).
Hier lernten wir anhand eines gut vier Meter langen Planes das Konzept zur
Renaturierung des Tagebaugebietes kennen. In einem Teil sieht es eine touristische
Erschließung der noch im Entstehen befindlichen Seenlandschaft vor, in einem anderen
dagegen eine Unterschutzstellung für die Natur. Hier liegt auch das NABU-Naturparadies
Grünhaus. Schon recht müde vom frühen Aufstehen und den vielen neuen Eindrücken des
ersten Tages ließen wir den Abend in „unserem“ Schlossparkhotel Sallgast
gemütlich ausklingen.
Am nächsten Tag wanderten wir, geführt von Dr. Stefan Röhrscheid, bei herrlichem Sonnenschein durch das Naturparadies Grünhaus auf die „Hochkippe“ und besichtigten danach das Besucherbergwerk F60, die größte Förderbrücke der Welt, die jedoch nur kurze Zeit 1991/92 in Betrieb war. Gegen Abend kehrten wir nochmals nach Grünhaus zurück und beobachteten inmitten dieser bizarren Mondlandschaft von der Hochkippe aus vor der Kulisse eines atemberaubend schönen Sonnenuntergangs den Einflug von mehreren hundert laut trompetenden Kranichen. Diese haben bereits das Grünhaus-Areal als Rastgebiet für sich entdeckt, bevor sie im Spätherbst weiter nach Südspanien fliegen. Anschließend trafen wir in einem Restaurant in Finsterwalde mit Mitgliedern der dortigen NABUGruppe zusammen.
Am nächsten Tag wanderten wir, geführt von Dr. Stefan Röhrscheid, bei herrlichem Sonnenschein durch das Naturparadies Grünhaus auf die „Hochkippe“ und besichtigten danach das Besucherbergwerk F60, die größte Förderbrücke der Welt, die jedoch nur kurze Zeit 1991/92 in Betrieb war. Gegen Abend kehrten wir nochmals nach Grünhaus zurück und beobachteten inmitten dieser bizarren Mondlandschaft von der Hochkippe aus vor der Kulisse eines atemberaubend schönen Sonnenuntergangs den Einflug von mehreren hundert laut trompetenden Kranichen. Diese haben bereits das Grünhaus-Areal als Rastgebiet für sich entdeckt, bevor sie im Spätherbst weiter nach Südspanien fliegen. Anschließend trafen wir in einem Restaurant in Finsterwalde mit Mitgliedern der dortigen NABUGruppe zusammen.
„Mainzer Land“-Findling
Der Sonntag stellte mit der feierlichen Enthüllung eines eiszeitlichen Findlings
mit einer Gedenktafel für die „Rainer von Boeckh-Stifung für das
NABU-Naturparadies Grünhaus“ als offizielle Einweihung des Mainzer Landes
den Höhepunkt unserer Reise dar. Während Christian Unselt, der Vorsitzende der
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Rainer von Boeckh als Stiftungsgründer und
ich als Vertreterin des NABU Mainz und Umgebung die Bedeutung von Grünhaus für
den Naturschutz hervorhoben, sah der Bürgermeister von Finsterwalde unser
Engagement durchaus auch kritisch, ist die vermeintliche „Leere“ in
der Niederlausitz, die wir als Bürger einer dicht besiedelten Region als besonders
bemerkenswert und wohltuend empfanden, doch auch eine Folge der Abwanderung vieler
junger Menschen in westliche Bundesländer aufgrund fehlender Arbeitsplätze und
Zukunftsperspektiven vor Ort. Auch der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel gab
uns ein Grußwort mit, das von Karin von Boeckh vorgetragen wurde. Im Anschluss an
die offizielle Einweihung folgte eine Wanderung durch „unser“ Mainzer
Land und weiter ein Ausflug zum Landschaftspark Branitz bei Cottbus, der einst von
Fürst Pückler angelegt wurde.
Am Montag fuhren wir in das Biosphärenreservat Spreewald, unternahmen dort zunächst eine zweistündige Kanufahrt durch das Land der Fließe, das aufgrund seiner Naturbelassenheit durchaus an das Amazonasgebiet erinnert, und anschließend eine Wanderung durch das Biosphärenreservat. Am Abend, der ja leider schon unser letzter Abend vor Ort war, wurden wir in einem netten Waldrestaurant exklusiv kulinarisch verwöhnt.
Bevor uns am 3. Oktober 2006 der Zug wieder nach Hause brachte, besichtigten wir noch die historisch bedeutsame Slawenburg Raddusch.
Am Montag fuhren wir in das Biosphärenreservat Spreewald, unternahmen dort zunächst eine zweistündige Kanufahrt durch das Land der Fließe, das aufgrund seiner Naturbelassenheit durchaus an das Amazonasgebiet erinnert, und anschließend eine Wanderung durch das Biosphärenreservat. Am Abend, der ja leider schon unser letzter Abend vor Ort war, wurden wir in einem netten Waldrestaurant exklusiv kulinarisch verwöhnt.
Bevor uns am 3. Oktober 2006 der Zug wieder nach Hause brachte, besichtigten wir noch die historisch bedeutsame Slawenburg Raddusch.
Tumulus - das Grab des Fürsten Pückler im Park Branitz
Alles in allem haben wir wieder eine fantastische NABU-Reise erlebt, die uns nicht
nur viel Wissenswertes vermittelte, sondern auch jede Menge spaßiger Erlebnisse
bescherte. Dank der perfekten Vorbereitung und Organisation vor Ort haben wir in
dieser kurzen Zeit nicht nur das NABU-Naturparadies Grünhaus gründlich kennen gelernt,
sondern darüber hinaus auch ein ausgewogenes Besichtigungsprogramm genießen dürfen,
das uns die Niederlausitz wirklich nahe gebracht hat. Deshalb sei an dieser Stelle
unserem Reiseleiter Volkhard Lorenz und seiner Frau Maria, die krankheitsbedingt
leider nicht dabei sein konnte, im Namen der gesamten Reisegruppe ganz herzlich
gedankt!
Welch großartigen Eindruck wir vom NABU-Naturparadies gewonnen haben, zeigt sich auch daran, dass viele von uns sich während der Reise spontan zu einer privaten Patenschaft entschlossen haben und so den relativen Anteil des Mainzer Landes am gesamten Grünhaus-Projektgebiet nochmals vergrößerten. Vielleicht war auch das Angebot von Dr. Stefan Röhrscheid vorlockend, jährliche Patentreffen zu organisieren, um die Entwicklung der Mondlandschaft zu einem eingewachsenen Naturreservat persönlich verfolgen zu können. Inzwischen erstreckt sich das durch Zustiftungen, Patenschaften und Spenden abgesicherte Mainzer Land schon auf rund 170 Hektar. Wenn auch Sie sich für eine Förderung des NABU-Naturparadieses Grünhaus in dieser Form interessieren, erhalten Sie bei Rainer von Boeckh gerne weitere Informationen.
Alle Fotos wurden von Reiseteilnehmern gemacht.
Welch großartigen Eindruck wir vom NABU-Naturparadies gewonnen haben, zeigt sich auch daran, dass viele von uns sich während der Reise spontan zu einer privaten Patenschaft entschlossen haben und so den relativen Anteil des Mainzer Landes am gesamten Grünhaus-Projektgebiet nochmals vergrößerten. Vielleicht war auch das Angebot von Dr. Stefan Röhrscheid vorlockend, jährliche Patentreffen zu organisieren, um die Entwicklung der Mondlandschaft zu einem eingewachsenen Naturreservat persönlich verfolgen zu können. Inzwischen erstreckt sich das durch Zustiftungen, Patenschaften und Spenden abgesicherte Mainzer Land schon auf rund 170 Hektar. Wenn auch Sie sich für eine Förderung des NABU-Naturparadieses Grünhaus in dieser Form interessieren, erhalten Sie bei Rainer von Boeckh gerne weitere Informationen.
Alle Fotos wurden von Reiseteilnehmern gemacht.
![[ Grünhaus (Foto: Helge May) ] [ Grünhaus (Foto: Helge May) ]](/img/kopf/gruenhaus_helge_may.jpg)
