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Natur-Tipps - Frühling

Jäger mit leisen Schwingen


Ihr lautloser Flug kommt durch die speziell geformten Schwingen zustande, wodurch nur kleine Luftturbulenzen entstehen. Die Rede ist von den Eulen, auf die der NABU Rheinland-Pfalz ein waches Auge geworfen hat. Während bei vielen Vögeln so ganz allmählich die Frühlingsgefühle erwachen, herrscht bei unseren Eulen bereits Hochzeitstrubel.

Der gedrungen wirkende Waldkauz mit dem runden Kopf, den großen schwarzen Augen und den weißen Schulterflecken nutzt die windstillen Winternächte um mit charakteristischen, dreisilbigen Rufen seine Partnerin in „Stimmung“ zu bringen. Die wehrhafte Eule verteidigt ihr Gelege aus 2 bis 4 weißen Eiern, das sie in Baumhöhlen und verlassenen Horsten größerer Vögel ablegt, auch schon einmal gegen unvorsichtige Menschen. Wenn der nachtaktive Vogel tagsüber auf einem Baum ruhend von kleineren Singvögeln entdeckt wird, folgt großes Gezeter, denn im Gegensatz zur Waldohreule, der anderern bei uns noch häufigen Eulenart, stehen auch Kleinvögel auf dem Speiseplan des Waldkauzes.
Die Waldohreule, ein reiner Mäusespezialist, ist braun, von sehr schlanker Gestalt und hat auffallende Federohren. Besonders ihre orangeroten, hellen Augen unterscheiden sie sehr deutlich vom Waldkauz, mit dem sie aber ihre Vorliebe für Parks und Friedhöfe teilt. Auch bei ihr beginnt jetzt die Fortpflanzungszeit und bald schon ist das hohe Fiepen der Jungen aus den verlassenen Krähen- und Elsternestern zu hören, die die Waldohreule gerne als Nachmieter nutzt.

Im Gegensatz zu Waldkauz und Waldohreule, die man mit etwas Glück auch einmal im Tageslicht ruhend beobachten kann, sind alle anderen heimischen Eulenarten sehr selten geworden. Das gilt für die wunderschöne Schleiereule, die gerne in Gebäuden lebt und brütet, ebenso, wie für den Rauhfuß-, den Sperlings- und den Steinkauz. Den Steinkauz und den Waldkauz kann man sogar manchmal dabei beobachten, wie er sich an kalten Wintertagen auf Schornsteinen den „Hintern“ wärmt.

Der Uhu ist mit einer Flügelspannweite von mehr als 150 cm und einer Körperlänge von etwa 70 cm ein eindrucksvoller Nachtjäger und gilt als „König der Nacht“. Auch er ist in seinem Bestand gefährdet, obwohl er sich in den letzten Jahren wieder erholt und in Rheinland-Pfalz wieder ausgebreitet hat.

Der NABU arbeitet an der Bereitstellung von Nisthilfen für Steinkauz und Schleiereule ebenso wie am Erhalt von Kopfbaumbeständen, Streuobstwiesen und alten „eulentauglichen“ Gebäuden wie Kirchen und alten Scheunen. Er bewacht brütende Uhus, sichert Steinbrüche für den Naturschutz, entschärft gefährliche Stromleitungen und kämpft für naturnahen Waldbau und eine naturnahe Kulturlandschaft, damit auch unsere Eulen wieder genügend Lebensraum finden.

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung: Torsten Loose - Tel.: 0 26 31 /  55 33