Unsere Naturschutzgebiete in Mainz und Umgebung
NSG „Gau-Algesheimer Kopf“
Bei vielen Menschen erweckt der herannahende Herbst wieder Lust auf Waldluft. Wem der Lennebergwald zu überlaufen und der
Binger Wald zu weit entfernt ist, dem möchte ich einmal einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Gau-Algesheimer Kopf
ans Herz legen. Das NSG in seiner heutigen Größe entstand in zwei Stufen. Zunächst wurde am 25. April 1980 ein Gebiet von
47 ha in den Gemarkungen Gau-Algesheim und Verbandsgemeinde Gau-Algesheim ausgewiesen. Gut zehn Jahre später, genau am
11. September 1990, wurde das NSG um 29,5 ha erweitert. Die Erweiterung umfasst Teile der Gemarkungen Gau-Algesheim und
Landkreis Mainz-Bingen.
Als Ausgangspunkt für einen Erkundungsgang durch das ca. 240 m über NN gelegene Areal bietet sich der zu Ingelheim gehörende Bismarckturm an. Doch Achtung! Wer beim ersten Öffnen der Autotür statt lieblichem Vogelgezwitscher Raubtiergebrüll wie aus einem asiatischen Urwald hört, möge bitte nicht erschrecken! Zwar leben hier tatsächlich Sibirische Tiger, allerdings laufen sie nicht frei durch den Wald, sondern sind vielmehr in einem großen, ausbruchsicheren Privatgehege untergebracht. Lohnenswert ist zunächst auch der Aufstieg auf den 31 m hohen Bismarckturm. Von dort kann man einen herrlichen Panoramablick über Ingelheim auf das Rheintal zwischen Hunsrück und Rheingau mit Niederwalddenkmal weiter bis zum Taunus genießen.
Doch zurück zur Natur! Der Gau-Algesheimer Kopf wurde insbesondere wegen seiner Seltenheit im rheinhessischen Raum und wegen seiner (so wörtlich!) Eigenart unter Naturschutz gestellt. Konkret dient das NSG der Erhaltung des dort noch vorhandenen Laubmischwaldes und der Buschzonen sowie der Entwicklung eines Eichen-Hainbuchenwaldes mit kleinen Stillgewässern und feuchten Senken als Lebens- und Teillebensraum seltener Tiere, insbesondere von Lurchen, sowie als Standort seltener Pflanzenarten. Im Naturschutzgebiet findet der Naturfreund von März bis Oktober noch viele schöne und seltene Pflanzen wie Leberblümchen, Küchenschelle, gelbe Sumpfschwertlilie, Diptam, das Sonnenröschen, verschiedene Orchideen, Türkenbundlilie, Kalk-Aster und Franzen-Enzian. In den Feuchtbiotopen lassen sich verschiedene Molch- und Libellenarten beobachten. Gepflegt werden die sogenannten "Salamanderlöcher" im übrigen durch Mitglieder der Naturschutzgruppe Ingelheim. Ohne deren tatkräftigen Einsatz wären sie längst wieder zugewachsen, die dortigen Wasserflächen verschwunden, und für die Molchlarven wären keine Lebensmöglichkeiten mehr vorhanden. Neben den Feuchtbiotopen halten die dort aktiven Naturschützer auch vereinzelt Waldlichtungen frei, um dort bedrohten seltenen Pflanzen das Überleben zu sichern. Amtlicherseits ist das Forstrevier Ober-Olm für den Gau-Algesheimer Kopf zuständig.
Den lichten Wald haben im übrigen auch die seltenen Pirole als Kinderstube für sich entdeckt. Ihr melodisch flötender Gesang ist dort jedoch nur von Mai bis August (stimmt das ?? habe nämlich schon im ganzen Juli keinen mehr gehört ) zu hören. Dagegen eignen sich windstille Winterabende hervorragend, den schaurig-schönen Balzrufen der Waldkäuze und Waldohreulen zu lauschen.
Aber nicht nur der Wald stand bei der Schutzgebietsausweisung im Fokus. Vielmehr war auch die Erhaltung und Entwicklung von Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Gebüschzonen, Saumbiotopen und extensiv bewirtschafteten Streuobstbeständen mit ihren artenreichen Tier- und Pflanzengesellschaften beabsichtigt.
Vereinzelt begegnet man bei einem Spaziergang durch das Gebiet auch Informationstafeln des von der Stadt Gau-Algesheim im Jahr 1994 angelegten Geoökologischen Erlebnispfades, einer weit über die Region hinaus bedeutsamen Einrichtung.
Als Ausgangspunkt für einen Erkundungsgang durch das ca. 240 m über NN gelegene Areal bietet sich der zu Ingelheim gehörende Bismarckturm an. Doch Achtung! Wer beim ersten Öffnen der Autotür statt lieblichem Vogelgezwitscher Raubtiergebrüll wie aus einem asiatischen Urwald hört, möge bitte nicht erschrecken! Zwar leben hier tatsächlich Sibirische Tiger, allerdings laufen sie nicht frei durch den Wald, sondern sind vielmehr in einem großen, ausbruchsicheren Privatgehege untergebracht. Lohnenswert ist zunächst auch der Aufstieg auf den 31 m hohen Bismarckturm. Von dort kann man einen herrlichen Panoramablick über Ingelheim auf das Rheintal zwischen Hunsrück und Rheingau mit Niederwalddenkmal weiter bis zum Taunus genießen.
Doch zurück zur Natur! Der Gau-Algesheimer Kopf wurde insbesondere wegen seiner Seltenheit im rheinhessischen Raum und wegen seiner (so wörtlich!) Eigenart unter Naturschutz gestellt. Konkret dient das NSG der Erhaltung des dort noch vorhandenen Laubmischwaldes und der Buschzonen sowie der Entwicklung eines Eichen-Hainbuchenwaldes mit kleinen Stillgewässern und feuchten Senken als Lebens- und Teillebensraum seltener Tiere, insbesondere von Lurchen, sowie als Standort seltener Pflanzenarten. Im Naturschutzgebiet findet der Naturfreund von März bis Oktober noch viele schöne und seltene Pflanzen wie Leberblümchen, Küchenschelle, gelbe Sumpfschwertlilie, Diptam, das Sonnenröschen, verschiedene Orchideen, Türkenbundlilie, Kalk-Aster und Franzen-Enzian. In den Feuchtbiotopen lassen sich verschiedene Molch- und Libellenarten beobachten. Gepflegt werden die sogenannten "Salamanderlöcher" im übrigen durch Mitglieder der Naturschutzgruppe Ingelheim. Ohne deren tatkräftigen Einsatz wären sie längst wieder zugewachsen, die dortigen Wasserflächen verschwunden, und für die Molchlarven wären keine Lebensmöglichkeiten mehr vorhanden. Neben den Feuchtbiotopen halten die dort aktiven Naturschützer auch vereinzelt Waldlichtungen frei, um dort bedrohten seltenen Pflanzen das Überleben zu sichern. Amtlicherseits ist das Forstrevier Ober-Olm für den Gau-Algesheimer Kopf zuständig.
Den lichten Wald haben im übrigen auch die seltenen Pirole als Kinderstube für sich entdeckt. Ihr melodisch flötender Gesang ist dort jedoch nur von Mai bis August (stimmt das ?? habe nämlich schon im ganzen Juli keinen mehr gehört ) zu hören. Dagegen eignen sich windstille Winterabende hervorragend, den schaurig-schönen Balzrufen der Waldkäuze und Waldohreulen zu lauschen.
Aber nicht nur der Wald stand bei der Schutzgebietsausweisung im Fokus. Vielmehr war auch die Erhaltung und Entwicklung von Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Gebüschzonen, Saumbiotopen und extensiv bewirtschafteten Streuobstbeständen mit ihren artenreichen Tier- und Pflanzengesellschaften beabsichtigt.
Vereinzelt begegnet man bei einem Spaziergang durch das Gebiet auch Informationstafeln des von der Stadt Gau-Algesheim im Jahr 1994 angelegten Geoökologischen Erlebnispfades, einer weit über die Region hinaus bedeutsamen Einrichtung.
![[ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ] [ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ]](/img/kopf/nsg-schild_west_helge_may.jpg)
