Unsere Naturschutzgebiete in Mainz und Umgebung
NSG „Hahnheimer Bruch“
Der Hahnheimer Bruch erstreckt sich im Selztal zwischen den Ortschaften Hahnheim und Sörgenloch. Er wurde am
13. Februar 1990 per Rechtsverordnung zum Naturschutzgebiet bestimmt. Seine Größe beläuft sich auf ca. 42 ha.
Er ist auch Teil des Vogelschutzgebietes gemäß der Europäischen Vogelschutzrichtlinie, welches das gesamte Selztal
zwischen Hahnheim und Ingelheim umfasst.
Ursprünglich diente der Hahnheimer Bruch als natürliches Überschwemmungsgebiet. Jedoch wurde die Selz in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Landgewinnung begradigt, und fortan verhinderte ein künstlicher Damm, dass Wasser aus der Selz in den Bruch abfließen konnte. Erst im Rahmen der 1994 durch das Land Rheinland-Pfalz ins Leben gerufenen „Aktion Blau“ zur Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer startete eine Hahnheimer Bruch Renaturierungsinitiative in der Selzaue.
Bei Hahnheim begann der Selzverband im Jahr 1998 mit dem Ankauf von 6 ha Flächen am Selzufer zur Vorbereitung der eigentlichen Renaturierungsmaßnahme. Diese erfolgte dann im Spätherbst 2003. Durch Öffnung des entlang der Selz verlaufenden Damms an drei Stellen auf insgesamt 30 Metern wurde der Natur im wahrsten Sinne des Wortes wieder zum Durchbruch verholfen. Seitdem kann der Hahnheimer Bruch wieder als Retentionsraum fungieren: bei höheren Wasserständen fließt das Wasser der Selz in den Bruch hinein, der es anschließend zeitverzögert und mit einer deutlich niedrigeren Fließgeschwindigkeit wieder an die Selz zurückgibt.
Durch die Renaturierung des Hahnheimer Bruchs ist ein wertvoller Lebens- und Rastraum für spezialisierte Vogelarten entstanden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass das Artenspektrum der Röhricht- und Feuchtwiesen- Lebensräume zu den bedrohtesten Vogellebensgemeinschaften der mitteleuropäischen Kulturlandschaft zählt. Hierzu zählen u.a. die Rohrweihe, die Wasserralle und das Blaukehlchen, die hier noch regelmäßig brüten. Auch der Schilfrohrsänger und die Beutelmeise sind hier als Brutvogel zu beobachten, und in den letzten Jahren hat sich eine kleine Graureiher-Kolonie etabliert. Mit weiteren Neuansiedlungen von Brutvogelarten ist ständig zu rechnen. Doch nicht nur Brutvogelarten profitieren von der Selzrenaturierung. Auch als Rastplatz für durchziehende Vogelarten ist der Hahnheimer Bruch von zentraler Bedeutung. Einige Vogelarten nutzen die Röhrichtflächen auch regelmäßig als Schlafplatz. Hierzu zählt vor allem die Rohrammer. Zu den Zugzeiten übernachten hier aber auch Tausende von Staren sowie Hunderte von Rauch- und Uferschwalben. Diese Schlafansammlungen sind wiederum für Greifvögel, wie Habicht, Sperber und Wanderfalke, interessant, die sich in den Abendstunden hier gerne ein Stelldichein geben.
Insgesamt haben die Renaturierungen des Selzlaufs einen entscheidenden Beitrag zur Biotop-Vernetzung geleistet, wodurch die Qualität des Gesamtgebiets erheblich gesteigert wurde. Insbesondere die Brut- und Rastbestände zahlreicher bedrohter Arten konnten hierdurch wesentlich stabilisiert werden.
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind und den nächsten Wochenendausflug zum Hahnheimer Bruch planen, gebe ich Ihnen noch einen guten Rat mit auf den Weg: in der nassen Jahreszeit empfehlen sich unbedingt Gummistiefel, da dann nicht nur das Schilf, sondern an einigen Stellen auch die Wege unter Wasser stehen. Zum Hahnheimer Bruch gibt es übrigens auch eine eigene Homepage der Bachpatenschaft Selz. Unter www.Hahnheimer-Bruch.de erhalten Sie neben allgemeinen Informationen zu den dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten auch immer wieder aktuelle Beobachtungsmeldungen.
Ursprünglich diente der Hahnheimer Bruch als natürliches Überschwemmungsgebiet. Jedoch wurde die Selz in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Landgewinnung begradigt, und fortan verhinderte ein künstlicher Damm, dass Wasser aus der Selz in den Bruch abfließen konnte. Erst im Rahmen der 1994 durch das Land Rheinland-Pfalz ins Leben gerufenen „Aktion Blau“ zur Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer startete eine Hahnheimer Bruch Renaturierungsinitiative in der Selzaue.
Bei Hahnheim begann der Selzverband im Jahr 1998 mit dem Ankauf von 6 ha Flächen am Selzufer zur Vorbereitung der eigentlichen Renaturierungsmaßnahme. Diese erfolgte dann im Spätherbst 2003. Durch Öffnung des entlang der Selz verlaufenden Damms an drei Stellen auf insgesamt 30 Metern wurde der Natur im wahrsten Sinne des Wortes wieder zum Durchbruch verholfen. Seitdem kann der Hahnheimer Bruch wieder als Retentionsraum fungieren: bei höheren Wasserständen fließt das Wasser der Selz in den Bruch hinein, der es anschließend zeitverzögert und mit einer deutlich niedrigeren Fließgeschwindigkeit wieder an die Selz zurückgibt.
Durch die Renaturierung des Hahnheimer Bruchs ist ein wertvoller Lebens- und Rastraum für spezialisierte Vogelarten entstanden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass das Artenspektrum der Röhricht- und Feuchtwiesen- Lebensräume zu den bedrohtesten Vogellebensgemeinschaften der mitteleuropäischen Kulturlandschaft zählt. Hierzu zählen u.a. die Rohrweihe, die Wasserralle und das Blaukehlchen, die hier noch regelmäßig brüten. Auch der Schilfrohrsänger und die Beutelmeise sind hier als Brutvogel zu beobachten, und in den letzten Jahren hat sich eine kleine Graureiher-Kolonie etabliert. Mit weiteren Neuansiedlungen von Brutvogelarten ist ständig zu rechnen. Doch nicht nur Brutvogelarten profitieren von der Selzrenaturierung. Auch als Rastplatz für durchziehende Vogelarten ist der Hahnheimer Bruch von zentraler Bedeutung. Einige Vogelarten nutzen die Röhrichtflächen auch regelmäßig als Schlafplatz. Hierzu zählt vor allem die Rohrammer. Zu den Zugzeiten übernachten hier aber auch Tausende von Staren sowie Hunderte von Rauch- und Uferschwalben. Diese Schlafansammlungen sind wiederum für Greifvögel, wie Habicht, Sperber und Wanderfalke, interessant, die sich in den Abendstunden hier gerne ein Stelldichein geben.
Insgesamt haben die Renaturierungen des Selzlaufs einen entscheidenden Beitrag zur Biotop-Vernetzung geleistet, wodurch die Qualität des Gesamtgebiets erheblich gesteigert wurde. Insbesondere die Brut- und Rastbestände zahlreicher bedrohter Arten konnten hierdurch wesentlich stabilisiert werden.
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind und den nächsten Wochenendausflug zum Hahnheimer Bruch planen, gebe ich Ihnen noch einen guten Rat mit auf den Weg: in der nassen Jahreszeit empfehlen sich unbedingt Gummistiefel, da dann nicht nur das Schilf, sondern an einigen Stellen auch die Wege unter Wasser stehen. Zum Hahnheimer Bruch gibt es übrigens auch eine eigene Homepage der Bachpatenschaft Selz. Unter www.Hahnheimer-Bruch.de erhalten Sie neben allgemeinen Informationen zu den dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten auch immer wieder aktuelle Beobachtungsmeldungen.
![[ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ] [ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ]](/img/kopf/nsg-schild_west_helge_may.jpg)
