Unsere Naturschutzgebiete in Mainz und Umgebung
„Sandgrube am Weilersberg“ bei Heidesheim
Der berühmte Mainzer Sand, der seine Entstehung der Eiszeit im Pleistozän verdankt,
gehört mit seiner Reliktflora zweifellos zu den eigentümlichsten und eindrucksvollsten
Biotopen unserer Region.
Weniger bekannt ist vielleicht, dass sich ausgedehnte Flugsandfelder aus demselben Erdzeitalter, teilweise mit dem seltenen Biotoptyp der Binnendünen, von Mainz bis nach Ingelheim hinziehen. Diese interessanten Bereiche mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt wurden unlängst unter der Bezeichnung „Kalkflugsandgebiet Mainz-Ingelheim“ als europäisches Fauna-Flora-Habitat (FFH) 6014-302 unter Schutz gestellt.
Diese Unterschutzstellung war bitter nötig, wie beispielsweise in der Umgebung von Heidesheim in Rheinhessen zu beobachten ist. Große Bereiche der Kalkflugsandgebiete wurden in der Vergangenheit unter Neubaugebieten begraben, wurden für den Obstanbau kultiviert oder fielen Sandabbau zum Opfer, so dass nur noch wenige naturnahe Reste davon erhalten geblieben sind.
Anfang der 70er Jahre wurde denn auch am westlichen Ortsrand von Heidesheim ein größerer Abbau vorgenommen, um den Sandbedarf für die Aufschüttung der Bundesautobahn A 60 in diesem Bereich zu decken. Bald danach wurde die Sandgrube aufgelassen, und am 21. April 1986 erfolgte erfreulicherweise die Unterschutzstellung der rund 9 Hektar großen Fläche als „Naturschutzgebiet Sandgrube am Weilersberg“ (NSG 339081).
Weniger bekannt ist vielleicht, dass sich ausgedehnte Flugsandfelder aus demselben Erdzeitalter, teilweise mit dem seltenen Biotoptyp der Binnendünen, von Mainz bis nach Ingelheim hinziehen. Diese interessanten Bereiche mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt wurden unlängst unter der Bezeichnung „Kalkflugsandgebiet Mainz-Ingelheim“ als europäisches Fauna-Flora-Habitat (FFH) 6014-302 unter Schutz gestellt.
Diese Unterschutzstellung war bitter nötig, wie beispielsweise in der Umgebung von Heidesheim in Rheinhessen zu beobachten ist. Große Bereiche der Kalkflugsandgebiete wurden in der Vergangenheit unter Neubaugebieten begraben, wurden für den Obstanbau kultiviert oder fielen Sandabbau zum Opfer, so dass nur noch wenige naturnahe Reste davon erhalten geblieben sind.
Anfang der 70er Jahre wurde denn auch am westlichen Ortsrand von Heidesheim ein größerer Abbau vorgenommen, um den Sandbedarf für die Aufschüttung der Bundesautobahn A 60 in diesem Bereich zu decken. Bald danach wurde die Sandgrube aufgelassen, und am 21. April 1986 erfolgte erfreulicherweise die Unterschutzstellung der rund 9 Hektar großen Fläche als „Naturschutzgebiet Sandgrube am Weilersberg“ (NSG 339081).
Wer heute auf der L422 von Heidesheim nach Ingelheim fährt, bemerkt
vielleicht noch nicht einmal dieses naturkundliche Kleinod links des Weges – es
gehört zu den Schutzgebieten, die sich dem Naturfreund erst auf den zweiten
Blick erschließen. Wer sich jedoch die Zeit dafür nimmt, kann hier zu
jeder Jahreszeit auf engstem Raum eine interessante Abfolge ökologischer
Standorte von „triefend naß“ bis „knochentrocken“ entdecken.
Ein ca. 2,6 km langer (leider nicht markierter) Rundweg nimmt seinen Ausgang
gegenüber der Einfahrt zum Heidesheimer Sportplatz an der Saifer Brücke.
Zunächst beeindruckt die weitläufige, ebene Sohle des früheren Sandabbaus (bei Einbruch der Dämmerung finden sich hier oft Rehe ein). Im vorderen, östlichen Teil noch trocken und fast steppenartig, macht sich im westlichen und zentralen Bereich bemerkbar, dass hier der Sand bis auf mergelhaltige, wasserundurchlässige Schichten abgebaut wurde. Staunässe ist somit nicht selten, und im Nordwesten findet sich sogar ein dicht mit Schilf bestandener Quellbach. So verwundert es nicht, dass Gelbbauchunke (Bombina variegata), Wechselkröte (Bufo viridis) und Kreuzkröte (Bufo calamita) für den Weilersberg nachgewiesen sind. Ganz anders die nur wenige Dutzend Meter entfernten sandigen Hänge, die das Gebiet nach Westen und Süden begrenzen. Hier herrscht Trockenheit, was sich in einer reichen Sandflora, u.a. mit Feld-Beifuß (Artemisia campestris), Federgras (Stipa spec.), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) und Kegelfrüchtigem Leimkraut (Silene conica) äußert, selbst für die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) und die Pfeil-Gänsekresse (Arabis sagittata) finden sich Belege. Wärmeliebende Insekten fühlen sich hier wohl, von denen nur die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) erwähnt sei.
In der unmittelbaren Umgebung der eigentlichen ehemaligen Sandgrube finden sich weitere kleinräumig differenzierte Biotope, wie Wegraine, aufgelassene Obsthaine, baumbestandene Bachläufe und Feldgehölze (dem Botaniker sei es verziehen, wenn er hier mangels fundierter ornithologischer Kenntnisse nicht auf die sicher ebenso sehens- und hörenswerte Vogelwelt des Gebiets eingeht).
Doch wie in vielen anderen Naturschutzgebieten auch ist die Artenvielfalt der ehemaligen Sandgrube am Weilersberg bedroht. Sieht man einmal von der Lärmbelastung von der nahen Landstraße, der Autobahn und der Bahnstrecke Mainz-Koblenz her ab, ist es insbesondere Verbuschung, vor allem durch angeflogene Weiden und Pappeln, die die wertvollen Freiflächen schrumpfen läßt. Neben einer regelmäßigen Schafbeweidung sind daher immer wieder arbeitsintensive Pflegemaßnahmen erforderlich. Vielleicht mag dieser kleine Beitrag dem einen oder anderen ein Anreiz sein, sich daran zu beteiligen, oder sich zumindest einer unserer Exkursionen anzuschließen, um das Gelände erst einmal kennen und schätzen zu lernen.
Ich bedanke mich herzlich bei Herrn Willi Geisenhof, Heidesheim, für die freundliche Überlassung des Fotos, das die Sandgrube am Weilersberg im Sommer 1972 zeigt.
Zunächst beeindruckt die weitläufige, ebene Sohle des früheren Sandabbaus (bei Einbruch der Dämmerung finden sich hier oft Rehe ein). Im vorderen, östlichen Teil noch trocken und fast steppenartig, macht sich im westlichen und zentralen Bereich bemerkbar, dass hier der Sand bis auf mergelhaltige, wasserundurchlässige Schichten abgebaut wurde. Staunässe ist somit nicht selten, und im Nordwesten findet sich sogar ein dicht mit Schilf bestandener Quellbach. So verwundert es nicht, dass Gelbbauchunke (Bombina variegata), Wechselkröte (Bufo viridis) und Kreuzkröte (Bufo calamita) für den Weilersberg nachgewiesen sind. Ganz anders die nur wenige Dutzend Meter entfernten sandigen Hänge, die das Gebiet nach Westen und Süden begrenzen. Hier herrscht Trockenheit, was sich in einer reichen Sandflora, u.a. mit Feld-Beifuß (Artemisia campestris), Federgras (Stipa spec.), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) und Kegelfrüchtigem Leimkraut (Silene conica) äußert, selbst für die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) und die Pfeil-Gänsekresse (Arabis sagittata) finden sich Belege. Wärmeliebende Insekten fühlen sich hier wohl, von denen nur die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) erwähnt sei.
In der unmittelbaren Umgebung der eigentlichen ehemaligen Sandgrube finden sich weitere kleinräumig differenzierte Biotope, wie Wegraine, aufgelassene Obsthaine, baumbestandene Bachläufe und Feldgehölze (dem Botaniker sei es verziehen, wenn er hier mangels fundierter ornithologischer Kenntnisse nicht auf die sicher ebenso sehens- und hörenswerte Vogelwelt des Gebiets eingeht).
Doch wie in vielen anderen Naturschutzgebieten auch ist die Artenvielfalt der ehemaligen Sandgrube am Weilersberg bedroht. Sieht man einmal von der Lärmbelastung von der nahen Landstraße, der Autobahn und der Bahnstrecke Mainz-Koblenz her ab, ist es insbesondere Verbuschung, vor allem durch angeflogene Weiden und Pappeln, die die wertvollen Freiflächen schrumpfen läßt. Neben einer regelmäßigen Schafbeweidung sind daher immer wieder arbeitsintensive Pflegemaßnahmen erforderlich. Vielleicht mag dieser kleine Beitrag dem einen oder anderen ein Anreiz sein, sich daran zu beteiligen, oder sich zumindest einer unserer Exkursionen anzuschließen, um das Gelände erst einmal kennen und schätzen zu lernen.
Ich bedanke mich herzlich bei Herrn Willi Geisenhof, Heidesheim, für die freundliche Überlassung des Fotos, das die Sandgrube am Weilersberg im Sommer 1972 zeigt.
![[ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ] [ NSF-Schild West (Foto: Helge May) ]](/img/kopf/nsg-schild_west_helge_may.jpg)
