Natur-Tipps
Lebendige Mauern
Die Trockenmauern sind mit der Baukunst der Römer vor 2000 Jahren zu uns gekommen und haben sich im Laufe
der Jahrhunderte zu interessanten Lebensräumen aus Menschenhand entwickelt. Auf alten Hofreiten, an
Friedhöfen, in naturnahen Gärten, in Weinbergen oder als Hangstützen auf Ackertrassen - immer
noch leisten Mauern aus Natursteinen aufgeschichtet dem Menschen wichtige Dienste.
Aus den Ritzen zwischen den Steinen lugen im Sommer die leuchtenden Blüten des „Weißen Mauerpfeffers“ heraus, auf der Mauerkrone prangen die dichten Polster des gelb blühenden „Scharfen Mauerpfeffers“. Im Schatten sorgen „Zimbelkraut“, „Steinbrech“ oder „Lerchensporn“ für Farbtupfer und gelegentlich lassen sich auch echte Raritäten entdecken, wie der „Braunstielige Streifenfarn“ oder die „Echte Hauswurz“.
Richtig interessant wird es, wenn man sich Zeit nimmt und Ausschau nach den tierischen Untermietern hält: Im Obergeschoss, wo Wind und Wetter eine größere Lücke geschaffen haben, können Vögel nisten, ein Stockwerk tiefer - reger Flugverkehr zeugt davon - haben in einem Hohlraum Wespen ihr Domizil. Mäuse schätzen die geschützten, trockenen Innenräume und dieses weis auch das Mauswiesel, das ihnen gerne dort nachstellt. In den schmalen Ritzen und Fugen warten Wolfsspinnen & Co. darauf, dass es dunkel wird und sie auf die Jagd nach nachtaktiven Insekten gehen können, wie dies auch für Erd- und Wechselkröten gilt - ganz besonders gerne verspeisen diese die Schnecken in der Nachbarschaft. Gut zu beobachten sind die Zauneidechsen. Gerade für sie, die selten geworden sind, stellen Trockenmauern wichtige Über-Lebensräume dar.
Im Siedlungsbereich jedoch, in den Gärten, Weinbergen und Ackertrassen sind die Trockenmauern rar geworden. Obwohl von Menschen geschaffen, sind sie auch wieder dem Menschen zum Opfer gefallen. Abgelöst von Betonwänden, von festgemauerten Einfriedungen, von Jägerzäunen sind mit ihnen auch ihre Bewohner verschwunden. Gibt es sie noch, dann sind die Bauwerke häufig dem Zerfall überlassen und bald ist nur noch wenig von ihnen übrig.
Wenn Sie sich einmal ein gerade entstandene Trockenmauer anschauen möchten, sind Sie herzlich eingeladen sich die naturnahe Schauanlage in Mainz-Bretzenheim (Straßenbahnhaltestelle der Linie 52 Richtung Bretzenheim „Lindenmühle“; MVG Mainz)anzusehen. Dort entsteht derzeit auf Initiative des Arbeitskreises Naturnahes Grün der Lokalen Agenda 21 Mainz und mit Hilfe vieler Mitbürger eine naturahe Gartenanlage. Informieren Sie sich auf der sehr ausführlichen Homepage (www.Mainz-Naturnah.de) über Hintergründe und Anliegen dieses hervorragenden Agenda-Projektes. Dort können Sie auch selber Hand anlegen und sich an den Arbeitseinsätzen beteiligen.
Tipps dazu gibt es außerdem in der Broschüre Gartenlust (44 Seiten) zur laufenden NABU-Kampagne NachbarNatur, zu bestellen für 2 Euro (inkl. Porto) beim NABU Rheinland-Pfalz • Postfach 1647 • 55006 Mainz (www.NABU-RLP.de).
Aus den Ritzen zwischen den Steinen lugen im Sommer die leuchtenden Blüten des „Weißen Mauerpfeffers“ heraus, auf der Mauerkrone prangen die dichten Polster des gelb blühenden „Scharfen Mauerpfeffers“. Im Schatten sorgen „Zimbelkraut“, „Steinbrech“ oder „Lerchensporn“ für Farbtupfer und gelegentlich lassen sich auch echte Raritäten entdecken, wie der „Braunstielige Streifenfarn“ oder die „Echte Hauswurz“.
Richtig interessant wird es, wenn man sich Zeit nimmt und Ausschau nach den tierischen Untermietern hält: Im Obergeschoss, wo Wind und Wetter eine größere Lücke geschaffen haben, können Vögel nisten, ein Stockwerk tiefer - reger Flugverkehr zeugt davon - haben in einem Hohlraum Wespen ihr Domizil. Mäuse schätzen die geschützten, trockenen Innenräume und dieses weis auch das Mauswiesel, das ihnen gerne dort nachstellt. In den schmalen Ritzen und Fugen warten Wolfsspinnen & Co. darauf, dass es dunkel wird und sie auf die Jagd nach nachtaktiven Insekten gehen können, wie dies auch für Erd- und Wechselkröten gilt - ganz besonders gerne verspeisen diese die Schnecken in der Nachbarschaft. Gut zu beobachten sind die Zauneidechsen. Gerade für sie, die selten geworden sind, stellen Trockenmauern wichtige Über-Lebensräume dar.
Im Siedlungsbereich jedoch, in den Gärten, Weinbergen und Ackertrassen sind die Trockenmauern rar geworden. Obwohl von Menschen geschaffen, sind sie auch wieder dem Menschen zum Opfer gefallen. Abgelöst von Betonwänden, von festgemauerten Einfriedungen, von Jägerzäunen sind mit ihnen auch ihre Bewohner verschwunden. Gibt es sie noch, dann sind die Bauwerke häufig dem Zerfall überlassen und bald ist nur noch wenig von ihnen übrig.
Wenn Sie sich einmal ein gerade entstandene Trockenmauer anschauen möchten, sind Sie herzlich eingeladen sich die naturnahe Schauanlage in Mainz-Bretzenheim (Straßenbahnhaltestelle der Linie 52 Richtung Bretzenheim „Lindenmühle“; MVG Mainz)anzusehen. Dort entsteht derzeit auf Initiative des Arbeitskreises Naturnahes Grün der Lokalen Agenda 21 Mainz und mit Hilfe vieler Mitbürger eine naturahe Gartenanlage. Informieren Sie sich auf der sehr ausführlichen Homepage (www.Mainz-Naturnah.de) über Hintergründe und Anliegen dieses hervorragenden Agenda-Projektes. Dort können Sie auch selber Hand anlegen und sich an den Arbeitseinsätzen beteiligen.
Tipps dazu gibt es außerdem in der Broschüre Gartenlust (44 Seiten) zur laufenden NABU-Kampagne NachbarNatur, zu bestellen für 2 Euro (inkl. Porto) beim NABU Rheinland-Pfalz • Postfach 1647 • 55006 Mainz (www.NABU-RLP.de).
![[ Weißstorch - Foto: Frank Derer ] [ Weißstorch - Foto: Frank Derer ]](/img/kopf/storch.jpg)
