Natur-Tipps
Tiere und Pflanzen in Rheinhessen: Libellen der Saubachteiche
Im zeitigen Frühjahr 2002 wurden von uns in unmittelbarer Nähe zur Saubachquelle in Jugenheim vier
Teiche angelegt. Nach nunmehr zwei Vegetationsphasen bieten unsere Teiche folgendes Bild.
Der kleinste Teich am Rande eines kleinen Eschenwäldchens ist stark von Gräsern besiedelt. Auch die
beiden unterhalb liegenden Teiche sind an ihren Ufern stark bewachsen und im flachen Wasser wachsen unter
anderem reichlich Binsen. Der große Teich verfügt über den geringsten Anteil an Pflanzen und
trocknete im Sommer letzten Jahres stärker aus.
An diesem Teich konnten die meisten Libellenarten beobachtet werden. Besonders häufig konnte man dort die
beiden Großlibellenarten, die Gemeine und die Große Heidelibelle, beobachten. Zahlreiche
Exuvienfunde belegen auch die Bodenständigkeit dieser Arten, d. h. sie sind mit Sicherheit in diesem
Gewässer geboren. Auch die häufiger an Pioniergewässern zu beobachtende Segellibellenart, der
Plattbauch, wurde dort beobachtet. Zu den Segellibellen gehört auch der Vierfleck, der die
pflanzenreicheren Teiche bevorzugt.
Für drei weniger anspruchsvolle Kleinlibellenarten, die Große Pechlibelle, die Frühe
Adonislibelle und die Hufeisen-Azurjungfer, sind Pflanzen im Gewässer ebenfalls unverzichtbar.
Schon im ersten Jahr besiedelte die größte heimische Libellenart, die Große Königslibelle,
unsere Teiche. Die wenigsten Ansprüche an ihr Gewässer stellt die Blaugrüne Mosaikjungfer,
eine fast überall zu findende Großlibellenart. Zu unserer schönsten heimischen Kleinlibelle
gehört sicherlich die Gebänderte Prachtlibelle, die wir aber nicht zum Inventar der Teiche
zählen können. Als ausschließliche Fließgewässerlibelle kam sie nur zur Stippvisite
vom Saubach herüber.
Bestimmte Libellenarten zeigen immer auch die unterschiedlichsten Ausprägungen der Gewässer und damit die Qualität der Teiche an. Je vielfältiger und vielgestaltiger die Gewässer sind, desto höher ist in der Regel die Anzahl der Arten. Wenn unter diesen Arten eine Art zu finden ist, die sich auf der Roten Liste befindet, kann man sich freuen, denn dann scheint man vieles richtig gemacht zu haben.
Bestimmte Libellenarten zeigen immer auch die unterschiedlichsten Ausprägungen der Gewässer und damit die Qualität der Teiche an. Je vielfältiger und vielgestaltiger die Gewässer sind, desto höher ist in der Regel die Anzahl der Arten. Wenn unter diesen Arten eine Art zu finden ist, die sich auf der Roten Liste befindet, kann man sich freuen, denn dann scheint man vieles richtig gemacht zu haben.
Deshalb war es umso erfreulicher, dass neben der Großen Pechlibelle auch die wesentlich seltenere
Kleine Pechlibelle beobachtet werden konnte. Neben einigen Männchen fand sich auch ein Weibchen,
dass durch seine leuchtend orange Färbung beeindruckt. Allerdings steht diese in Rheinland-Pfalz
gefährdete Art (R. L. = 3) für vegetationsarme Gewässer, so dass wir damit rechnen müssen, dass
sie in den nächsten Jahren bereits wieder abwandert. Da in diesem sehr warmen Sommer keine
regelmäßige Kontrolle (alle 14 Tage) stattgefunden hat, fehlen sicherlich noch einige Arten in der
Aufzählung, wie zum Beispiel die nur kurze Zeit fliegenden Binsenjungfern-Arten. Mit etwas Glück und
Zuversicht bei intensiveren Kontrollen werden wir wohl im nächsten Jahr noch die eine oder andere neue Art
dort entdecken können.
Im Sommer 2004 wurden zu den bisher bekannten 11 Libellenarten zwei bisher nicht festgestellte Arten an den
Saubachteichen beobachtet. Es handelt sich dabei um eine weitere Art aus der Familie der Segellibellen,
nämlich die Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum), und eine aus einer weiteren Kleinlibellenart:
die Weidenjungfer (Lestes viridis). Diese ist die einzige Art, die mit Hilfe ihres kräftigen Legebohrers
ihre Eier in Gehölze ablegt. Der Fund war insofern überraschend, weil mit Ausnahme eines kleinen Weidensämlings noch
keine Gehölze an den Teichen wachsen. Trotz des fortschreitenden Zuwachsens des Teiches mit Rohrkolben konnte auch wie
im Jahr zuvor die gefährdete Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) beobachtet werden.
![[ Weißstorch - Foto: Frank Derer ] [ Weißstorch - Foto: Frank Derer ]](/img/kopf/storch.jpg)
