Der Steinkauz liebt die Baumhöhle
Niströhren sorgten für Überleben der Art in Rheinhessen / Arbeit für den „Göttervogel“
Der Steinkauz, hier ein Jungtier, gilt in Rheinhessen mittlerweile als gerettet. Vor allem die Baumhöhlen in Nussbäumen bevorzugt der Vogel als Brutstätte.
In Rheinhessen kann man durchaus noch einige Eulenarten erleben: Schleiereule, Steinkauz, Waldohreule und Waldkauz – alle mehr
oder weniger selten. Besonders der Steinkauz, ehemals Wappentier der griechischen Göttin Athene, zählt heute zu den
besonders bedrohten Eulen. 1991 ging der Gesamtbestand in ganz Rheinland-Pfalz auf weniger als 300 Brutpaare zurück.
Ursache hierfür war nicht die fehlende Nahrungsgrundlage. Auf den Feldern und in den Weinbergen Rheinhessens findet der Steinkauz genügend Mäuse – Lieblingsnahrung neben Würmern und Käfern. Jedoch führte die im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen seit den 30er Jahren durchgeführte Rodung alter knorriger Obstbäume, deren Bewirtschaftung schwer und deren Erträge gering geworden waren und die zudem bei der Maschinenbearbeitung der großen Felder störten, zur akuten Wohnungsnot für unseren kauzigen Freund: Baumhöhlen, die der Steinkauz so dringend als Quartier benötigt, wurden Mangelware.
Glücklicherweise entdeckten vorausahnende Naturschützer, dass Steinkäuze einigermaßen gerne künstliche Röhren als Nisthöhlen akzeptieren. Das sind etwa 100 Zentimeter lange Röhren mit einem Durchmesser von 25 Zentimeter, die auf Feldern in frei stehende Bäume gehängt werden. Seit 1983 wird daher in Rheinhessen ein Steinkauz-Schutzprogramm durchgeführt, das die Kartierung der Lebensräume und die Anbringung von Nisthilfen sowie die Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen beinhaltet.
Das glückliche Zusammentreffen von gutem Nahrungsangebot und Akzeptanz der Nisthilfen bescherte dem NABU-Projekt einen vollen Erfolg: Heute gilt der Steinkauz in Rheinhessen mit etwa 100 Brutpaaren als gerettet, während seine Art in anderen Regionen weiterhin vom Aussterben bedroht ist.
Der NABU Rheinland-Pfalz hat daher Anfang 1997 das landesweite „Artenschutzprogramm Steinkauz“ ins Leben gerufen. Der NABU Mainz und Umgebung betreut in seinem Gebiet mittlerweile etwa 160 Niströhren. Rund 50 bis 100 Jungvögel werden jedes Jahr beringt. Mit dem Beringen der Vögel soll deren Lebensweg verfolgt werden können.
Selbstverständlich können Niströhren nur ein vorübergehender Ersatz für natürliche Nisthöhlen sein: Sie sind teuer und müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Auf lange Sicht ist deshalb der Erhalt und die Neupflanzung höhlenbildender Bäume, wie etwa der Nussbaum, das Ziel des NABU.
Inzwischen folgen Landwirte unseren Aufrufen, denn was des Bauern ärger (Mäuse), ist ja des Steinkauzes Freude. Nussbäume bilden aber erst nach 50 Jahren Höhlen aus. Daher müssen wir noch eine ganze Weile für den „Göttervogel“ arbeiten: Nisthilfen kaufen, geeignete Bäume finden, deren Besitzer überzeugen, Niströhren aufhängen, reinigen, reparieren, kontrollieren und für neue Nussbäume sorgen
vom Samstag, den 18.06.2005, aus „Allgemeine Zeitung Mainz (Vereine machen Zeitung)“
Ursache hierfür war nicht die fehlende Nahrungsgrundlage. Auf den Feldern und in den Weinbergen Rheinhessens findet der Steinkauz genügend Mäuse – Lieblingsnahrung neben Würmern und Käfern. Jedoch führte die im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen seit den 30er Jahren durchgeführte Rodung alter knorriger Obstbäume, deren Bewirtschaftung schwer und deren Erträge gering geworden waren und die zudem bei der Maschinenbearbeitung der großen Felder störten, zur akuten Wohnungsnot für unseren kauzigen Freund: Baumhöhlen, die der Steinkauz so dringend als Quartier benötigt, wurden Mangelware.
Glücklicherweise entdeckten vorausahnende Naturschützer, dass Steinkäuze einigermaßen gerne künstliche Röhren als Nisthöhlen akzeptieren. Das sind etwa 100 Zentimeter lange Röhren mit einem Durchmesser von 25 Zentimeter, die auf Feldern in frei stehende Bäume gehängt werden. Seit 1983 wird daher in Rheinhessen ein Steinkauz-Schutzprogramm durchgeführt, das die Kartierung der Lebensräume und die Anbringung von Nisthilfen sowie die Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen beinhaltet.
Das glückliche Zusammentreffen von gutem Nahrungsangebot und Akzeptanz der Nisthilfen bescherte dem NABU-Projekt einen vollen Erfolg: Heute gilt der Steinkauz in Rheinhessen mit etwa 100 Brutpaaren als gerettet, während seine Art in anderen Regionen weiterhin vom Aussterben bedroht ist.
Der NABU Rheinland-Pfalz hat daher Anfang 1997 das landesweite „Artenschutzprogramm Steinkauz“ ins Leben gerufen. Der NABU Mainz und Umgebung betreut in seinem Gebiet mittlerweile etwa 160 Niströhren. Rund 50 bis 100 Jungvögel werden jedes Jahr beringt. Mit dem Beringen der Vögel soll deren Lebensweg verfolgt werden können.
Selbstverständlich können Niströhren nur ein vorübergehender Ersatz für natürliche Nisthöhlen sein: Sie sind teuer und müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Auf lange Sicht ist deshalb der Erhalt und die Neupflanzung höhlenbildender Bäume, wie etwa der Nussbaum, das Ziel des NABU.
Inzwischen folgen Landwirte unseren Aufrufen, denn was des Bauern ärger (Mäuse), ist ja des Steinkauzes Freude. Nussbäume bilden aber erst nach 50 Jahren Höhlen aus. Daher müssen wir noch eine ganze Weile für den „Göttervogel“ arbeiten: Nisthilfen kaufen, geeignete Bäume finden, deren Besitzer überzeugen, Niströhren aufhängen, reinigen, reparieren, kontrollieren und für neue Nussbäume sorgen
vom Samstag, den 18.06.2005, aus „Allgemeine Zeitung Mainz (Vereine machen Zeitung)“
![[ Weißstorch - Foto: Frank Derer ] [ Weißstorch - Foto: Frank Derer ]](/img/kopf/storch.jpg)
