. .

Schwalben brauchen Freunde

NABU-AKTlON / Drei Bodenheimer Familien lassen nützliche Vögel bei sich nisten



  BODENHEIM  (mr). „Seit 30 Jahren haben wir Schwalben. Sie kommen jedes Jah wieder“, erzählte Christel Becker anlässlich der Auszeichnung durch den Nabu im Rahmen der Aktion „Schwalben willkommen“. Gemeinsam mit ihren beiden Enkelkindern Max und Hannah nahm die Mutter des Bodenheimer Ortsbürgermeisters Thomas Becker-Theilig die Urkunde und eine Plakette entgegen, die am Haus befestigt werden soll. Weiterhin brachte Karin von Boeckh vom Nabu, die mit einer kleinen Abordnung des Verbandes gekommen war, zwei Kunstnester, die am Haus unter dem Dach angebracht werden können.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden Harald und Viktoria Dußa, die an ihrem Haus ebenfalls Mehlschwalbennester haben. Verhindert war Familie Gill vom Weidenhof, die sich nach dem Brand ihrer Ställe nun wieder bemüht, Rauch- und Mehlschwalben anzusiedeln.

Karin von Boeckh zeigte auf die typischen Nester, die am Haus von Familie Becker dicht unter dem Dachunterstand kleben: „Das sind die Nester der Mehlschwalben. Die haben ein geschlossenes Nest und nur eine kleine Einflugöffnung.“ Rauchschwalben dagegen nisten in Ställen oder Scheunen und haben ein offenes Nest. Sie unterscheiden sich auch durch ihre langen Schwanzspitzen und ihre rote Kehle von ihren Artverwandten, den Mehlschwalben.

Obwohl die Schwalben als Mückenjäger, Glücksbringer und Frühlingsboten beliebt sind, nehmen die Bestände seit Jahren ab. „Das Abschlagen von Nestern ist auch außerhalb der Brutzeit bei Strafe verboten“, erklärte von Boeckh. Zum Nestbau brauchen die Vögel Matsch und der wird immer seltener. Christel Becker und die Dußas haben im Garten einen Teich beziehungsweise einen Zierbrunnen. Solche Wasseranlagen helfen den Vögeln, ihr „Baumaterial“ zu finden. Seit 2008 beteiligt sich der Nabu Mainz und Umgebung an dieser Aktion und hat seitdem schon 40 Auszeichnungen vergeben.

vom Montag, den 22.11.2010, aus „Allgemeine Zeitung Mainz (Bodenheim)“