Elegante Flieger suchen neue Freunde in Rheinhessen
VORBILD / Drei Familien in Bodenheim sind vom NABU als Schwalbenfreunde ausgezeichnet worden
BODENHEIM (man). Sie zwitschern und tirilieren, dass es eine wahre Wonne ist und halten Mücken und
anderes lästiges Fluggetier in Schach, und dennoch sind Schwalben oft ungeliebte Untermieter: Mit Schaufeln und
Besenstielen rücken ihnen Hauseigentümer auf die Pelle und zerstören ihre Nester - nicht selten sogar
dann, wenn sich darin Eier oder gar Jungvögel befinden. Dass das durch den Paragrafen 42 des Bundesnaturschutzgesetzes
ausdrücklich verboten ist, ficht sie nicht an, Hauptsache, der Dreck der Vögel verunreinigt nicht das Eigenheim.
Dass es auch anders geht, haben die drei Bodenlheimer Familien Becker-Theilig, Dußa und Gill bewiesen: Seit Jahren dulden sie nicht nur die Nestern an ihren Häusern, sondern sind sogar darum bemüht, noch mehr Schwalben anzusiedeln. Dafür bedankten sich nun Karin von Boeckh und Josua Dietze vom Naturschutzbund (NABU) Mainz und Umgebung bei ihnen mit einer Urkunde und einer Plakette, die ein Haus angebracht wird. Ein künstliches Nest mit zwei Brutmulden gab es obendrein. Mit der Aktion „Schwalben willkommen“ möchte der NABU ein Zeichen setzen und weitere Schwalbenfreunde in Rheinhessen gewinnen.
„Schwalben machen doch jede Menge Dreck, das ist das gängigste Vorurteil, das wir immer wieder von den Leuten horen“, sagt Naturschützerin von Boeckh. Dabei sei es so einfach, den Dreck vom Haus fernzuhalten: Ein etwa 25 cm breites Kotbrett circa 60 Zentimeter unter dem Nestrand anbringen und fertig.
Wer Schwalben ansiedeln möchte, sollte zuerst den Hausputz prüfen, rat sie. Wenn es sich um dispersions-gebundenen Putz handelt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Schwalben hier mit dem Nestbau beginnen, denn er ist zu glatt und zudem Wasser abstoßend. Wesentlich besser geeignet ist Putz auf Mineralbasis.
Wichtig für den Nestbau ist außerdem lehmhaltige Gartenerde oder Matsch, erläutert die Expertin, aber man kann auch Schlammpfützen anlegen. Ein kleiner Teich oder ein Zierbrunnen tun es gleichermaßen.
vom Dienstag, den 23.11.2010, aus „Mainzer Rhein-Zeitung (Bodenheim)“
Dass es auch anders geht, haben die drei Bodenlheimer Familien Becker-Theilig, Dußa und Gill bewiesen: Seit Jahren dulden sie nicht nur die Nestern an ihren Häusern, sondern sind sogar darum bemüht, noch mehr Schwalben anzusiedeln. Dafür bedankten sich nun Karin von Boeckh und Josua Dietze vom Naturschutzbund (NABU) Mainz und Umgebung bei ihnen mit einer Urkunde und einer Plakette, die ein Haus angebracht wird. Ein künstliches Nest mit zwei Brutmulden gab es obendrein. Mit der Aktion „Schwalben willkommen“ möchte der NABU ein Zeichen setzen und weitere Schwalbenfreunde in Rheinhessen gewinnen.
„Schwalben machen doch jede Menge Dreck, das ist das gängigste Vorurteil, das wir immer wieder von den Leuten horen“, sagt Naturschützerin von Boeckh. Dabei sei es so einfach, den Dreck vom Haus fernzuhalten: Ein etwa 25 cm breites Kotbrett circa 60 Zentimeter unter dem Nestrand anbringen und fertig.
Wer Schwalben ansiedeln möchte, sollte zuerst den Hausputz prüfen, rat sie. Wenn es sich um dispersions-gebundenen Putz handelt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Schwalben hier mit dem Nestbau beginnen, denn er ist zu glatt und zudem Wasser abstoßend. Wesentlich besser geeignet ist Putz auf Mineralbasis.
Wichtig für den Nestbau ist außerdem lehmhaltige Gartenerde oder Matsch, erläutert die Expertin, aber man kann auch Schlammpfützen anlegen. Ein kleiner Teich oder ein Zierbrunnen tun es gleichermaßen.
vom Dienstag, den 23.11.2010, aus „Mainzer Rhein-Zeitung (Bodenheim)“
Hingeschaut
- Rauchschwalben sind an ihrer rot-braunen Stirn und Kehle sowie an den langen, spießförmigen Schwanzfedern leicht zu erkennen. Sie bauen ihr napfförmiges, offenes Lehmnest in der Regel im Innern von Gebäuden.
- Mehlschwalben haben eine weiße Unterseite und einen weißen Bürzel, ihr kurzer Schwanz ist gegabelt. Sie bauen ein bis auf das Flugloch geschlossenes Lehmnest an den Außenseiten von Gebäuden und brüten meist in Kolonien.
Antoinette Malkewitz: Das Orakel über der Haustür
„Ach, guck bloß, über eurer Tür brüten Schwalben, das bedeutet Nachwuchs“. krakeelte die reizende alte Nachbarin
quer über die Straße, als ich, Studentin im zweiten Semester, gerade überstürzt das Haus verließ. Klar, dachte ich,
Schwalben als Orakel, so ein Blödsinn . Und überhaupt, eine moderne junge Frau hat das mit der Familienplanung ganz sicher im Griff.
Dachte ich, und schob knappe zehn Monate später unsere Tochter durch den Ort. Heute ist sie knapp einundzwanzig Jahre alt und wohnt in eben jener Wohnung von damals - bislang ohne Schwalbenorakel über der Tür ...
Dachte ich, und schob knappe zehn Monate später unsere Tochter durch den Ort. Heute ist sie knapp einundzwanzig Jahre alt und wohnt in eben jener Wohnung von damals - bislang ohne Schwalbenorakel über der Tür ...
![[ Weißstorch - Foto: Frank Derer ] [ Weißstorch - Foto: Frank Derer ]](/img/kopf/storch.jpg)
