Schutzprogramm für Eulen
Rauhfußkauz
Zu den bedrohten, ehemals häufigen Vogelarten gehören zweifelsfrei die Eulen. Die Bestände sind in
den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Für einige Eulenarten, wie den Raufußkäuzen, den
Sperlingskäuzen und den Schleiereulen, setzen wir uns gezielt ein, in dem
wir an geeigneten Standorten Nistmöglichkeiten schaffen. Unser ganz besonderer Schutz galt von Anfang den
Steinkäuzen, die mit der Beseitigung der Streuobstwiesen rund um die Dörfer den
Verlust ihrer Bruthöhlen hinnehmen mussten.
In den Jahren um 1960 konnten im Südwesten der Stadt Mainz noch bis zu 20 Steinkauzbruten nachgewiesen werden. Durch das Fällen alter Bäume, mangelnde Gehölzpflege und den verstärkten Einsatz von Pestiziden schrumpften die Bestände bis 1990 auf nur ein einziges Brutvorkommen. Durch unseren Einsatz konnten sich die Bestände inzwischen wieder erheblich ausdehnen. Mitglieder unserer Gruppe betreuen momentan etwa 140 Niströhren, in denen 2003 fast 40 Steinkauzbruten erfolgten und 74 junge Käuze von uns beringt wurden.
Wenn Sie mehr über den Steinkauz in Rheinhessen wissen möchten oder im Gebiet des NABU Mainz und Umgebung Röhren betreuen möchten, melden Sie sich bitte bei:
Karin von Boeckh
Telefon: 0 61 31 - 47 69 88
Telefax: 0 61 31 - 54 01 71
Email: Karin.von.Boeckh @ NABU-Mainz.de
In den Jahren um 1960 konnten im Südwesten der Stadt Mainz noch bis zu 20 Steinkauzbruten nachgewiesen werden. Durch das Fällen alter Bäume, mangelnde Gehölzpflege und den verstärkten Einsatz von Pestiziden schrumpften die Bestände bis 1990 auf nur ein einziges Brutvorkommen. Durch unseren Einsatz konnten sich die Bestände inzwischen wieder erheblich ausdehnen. Mitglieder unserer Gruppe betreuen momentan etwa 140 Niströhren, in denen 2003 fast 40 Steinkauzbruten erfolgten und 74 junge Käuze von uns beringt wurden.
Wenn Sie mehr über den Steinkauz in Rheinhessen wissen möchten oder im Gebiet des NABU Mainz und Umgebung Röhren betreuen möchten, melden Sie sich bitte bei:
Karin von Boeckh
Telefon: 0 61 31 - 47 69 88
Telefax: 0 61 31 - 54 01 71
Email: Karin.von.Boeckh @ NABU-Mainz.de
Schleiereulen - Schauplatz: Die Kirche von Jugenheim/Rhh. im Juli 2002
Schleiereule
Es ist dunkel dort oben im Turm, das Holz knarrt, das gut gewartete, riesige Uhrwerk (von 1902) stellt die
Ziffern der Uhr pünktlich. Ein lauter, klangvoller Gongschlag lässt die Größe der Glocken
erahnen, die sich hoch oben befinden.
Die alte, steinerne Wendeltreppe führt an Spinnweben und geschlossenen Turmfensterläden vorbei und endet auf einem Holzlattenboden, durch den hindurch man das untere Stockwerk sehen kann. Am Turmfenster steht der Kasten, der seit einigen Jahren Schutz- und Brutraum für Schleiereulen ist, eine nach der Roten Liste gefährdete Tierart.
Ihr auffallender herzförmiger Gesichtsschleier macht die Tiere unverwechselbar. Die Schleiereule ist etwa taubengroß. Die Oberseite der Schleiereule ist goldbraun, die Unterseite rostbraun bis weiß. Wie ein feines Gespinst scheint über ihr Federkleid ein „Perlenschleier“ aus dunklen Punkten geworfen zu sein. Aber an diesem Tag bekommt man die Eltern nicht zu Gesicht.
Heinfried Greß, der aktive Naturschützer aus Jugenheim, hat den Nistkasten aufgehängt und betreut schon viele Jahre immer wieder Schleiereulen dort. Er hat auch das Loch im Fensterladen angebracht, durch das die Eulen hineinfliegen können. In diesem Jahr hat ein Schleiereulenpaar 3 Eier gelegt, nacheinander im Abstand von 2-3 Tagen. Die 3 Jungtiere, flauschig und schneeweiß, werden voraussichtlich nach etwa 60 Tagen flügge und sind weitere 10 Wochen später selbständig. Als Jagdgebiet bevorzugen die nachtaktiven Vögel offenes Kulturland, wie Felder oder Viehweiden. Die Nahrung der Eulen besteht zu 90% aus Kleinsäugern, wie Feld- oder Spitzmäusen. Um ihren täglichen Nahrungsbedarf von 80-100 g zu decken, fängt eine Schleiereule pro Nacht 4 - 5 Mäuse. Heinfried Greß kümmert sich um den Nachwuchs. Mindestens einmal im Jahr muss der Kasten vom Gewölle befreit und gesäubert werden.
Es freut alle Naturschützer immer wieder, wenn sich insbesondere Schleiereulen niederlassen, denn es ist eine rapide Verringerung des Brutplatzangebotes festzustellen gewesen. Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen beseitigen ruhige, katzen- und mardersichere Schlaf- und Brutplätze.
Das Öffnen von landwirtschaftlichen Gebäuden und Kirchtürmen zur Schaffung von Brut- und Schlafplätzen sowie die Anbringung von Nisthilfen sind eine große Hilfe. Wichtig ist den Schleiereulen aber auch eine strukturreiche Landschaft mit Wiesen, Weiden, Tümpeln, Feldrainen und Ödlandflächen. Diese genannten Flächen sind Lebensräume für Kleinsäuger, die der Schleiereule, aber auch vielen anderen Tierarten als Nahrung dienen. Es ist wirklich schön, dass sich Schleiereulen in Jugenheim wohl fühlen.
Die alte, steinerne Wendeltreppe führt an Spinnweben und geschlossenen Turmfensterläden vorbei und endet auf einem Holzlattenboden, durch den hindurch man das untere Stockwerk sehen kann. Am Turmfenster steht der Kasten, der seit einigen Jahren Schutz- und Brutraum für Schleiereulen ist, eine nach der Roten Liste gefährdete Tierart.
Ihr auffallender herzförmiger Gesichtsschleier macht die Tiere unverwechselbar. Die Schleiereule ist etwa taubengroß. Die Oberseite der Schleiereule ist goldbraun, die Unterseite rostbraun bis weiß. Wie ein feines Gespinst scheint über ihr Federkleid ein „Perlenschleier“ aus dunklen Punkten geworfen zu sein. Aber an diesem Tag bekommt man die Eltern nicht zu Gesicht.
Heinfried Greß, der aktive Naturschützer aus Jugenheim, hat den Nistkasten aufgehängt und betreut schon viele Jahre immer wieder Schleiereulen dort. Er hat auch das Loch im Fensterladen angebracht, durch das die Eulen hineinfliegen können. In diesem Jahr hat ein Schleiereulenpaar 3 Eier gelegt, nacheinander im Abstand von 2-3 Tagen. Die 3 Jungtiere, flauschig und schneeweiß, werden voraussichtlich nach etwa 60 Tagen flügge und sind weitere 10 Wochen später selbständig. Als Jagdgebiet bevorzugen die nachtaktiven Vögel offenes Kulturland, wie Felder oder Viehweiden. Die Nahrung der Eulen besteht zu 90% aus Kleinsäugern, wie Feld- oder Spitzmäusen. Um ihren täglichen Nahrungsbedarf von 80-100 g zu decken, fängt eine Schleiereule pro Nacht 4 - 5 Mäuse. Heinfried Greß kümmert sich um den Nachwuchs. Mindestens einmal im Jahr muss der Kasten vom Gewölle befreit und gesäubert werden.
Es freut alle Naturschützer immer wieder, wenn sich insbesondere Schleiereulen niederlassen, denn es ist eine rapide Verringerung des Brutplatzangebotes festzustellen gewesen. Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen beseitigen ruhige, katzen- und mardersichere Schlaf- und Brutplätze.
Das Öffnen von landwirtschaftlichen Gebäuden und Kirchtürmen zur Schaffung von Brut- und Schlafplätzen sowie die Anbringung von Nisthilfen sind eine große Hilfe. Wichtig ist den Schleiereulen aber auch eine strukturreiche Landschaft mit Wiesen, Weiden, Tümpeln, Feldrainen und Ödlandflächen. Diese genannten Flächen sind Lebensräume für Kleinsäuger, die der Schleiereule, aber auch vielen anderen Tierarten als Nahrung dienen. Es ist wirklich schön, dass sich Schleiereulen in Jugenheim wohl fühlen.
Steinkäuze in Rheinhessen
Steinkauz auf Hand
Der Steinkauz zählt in Rheinland-Pfalz zu den stark gefährdeten Arten. Seit den 50er Jahren ist ein dramatischer
Bestandseinbruch zu beobachten. In vielen Gebieten sind die Bestände um 75 - 90 % zurückgegangen bzw. vollständig
erloschen. Während der Rückgang des Steinkauzes in vielen anderen Gebieten Deutschlands wahrscheinlich auf eine
ungünstige Nahrungsgrundlage und ungünstige Klimabedingungen zurückzuführen ist, schien in Rheinhessen der Mangel
an Bruthöhlen die eigentliche Ursache zu sein.
Deshalb hat der NABU bereits 1983 damit begonnen, künstliche Höhlen für unsere kleine Eule aufzuhängen.
Auf einer Probefläche von 143 km² wurden damals gerade noch 5 Steinkauzpaare in natürlichen Höhlen ermittelt. Bereits nach zwei Jahren besiedelte der Steinkauz sechs der 25 ausgebrachten Steinkauzröhren. Heute hängen in dieser Probefläche etwa 100 Röhren, ca. 30 davon sind besiedelt. Nachdem die Erfolge dieses Schutzprogramms erkennbar wurden, wurde es auf ganz Rheinhessen ausgedehnt, und inzwischen ist der Steinkauz in Rheinhessen mit ca. 100 Brutpaaren als gerettet zu betrachten, während er in anderen Regionen weiterhin vom Aussterben bedroht ist.
Deshalb hat der NABU bereits 1983 damit begonnen, künstliche Höhlen für unsere kleine Eule aufzuhängen.
Auf einer Probefläche von 143 km² wurden damals gerade noch 5 Steinkauzpaare in natürlichen Höhlen ermittelt. Bereits nach zwei Jahren besiedelte der Steinkauz sechs der 25 ausgebrachten Steinkauzröhren. Heute hängen in dieser Probefläche etwa 100 Röhren, ca. 30 davon sind besiedelt. Nachdem die Erfolge dieses Schutzprogramms erkennbar wurden, wurde es auf ganz Rheinhessen ausgedehnt, und inzwischen ist der Steinkauz in Rheinhessen mit ca. 100 Brutpaaren als gerettet zu betrachten, während er in anderen Regionen weiterhin vom Aussterben bedroht ist.
3 Steinkäuze auf einem Ast vor ihrer Niströhre
Wodurch ist dieser Erfolg zu erklären?
Um dies zu erforschen, hat der NABU im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht vor einigen Jahren eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt. Ziel war es, die Nahrungsgrundlage der rheinhessischen Steinkäuze zu untersuchen. Dazu wurde zuerst ermittelt, welches Nahrungsangebot sie auf den unterschiedlichen Nutzungstypen (Weinberg, Zuckerrüben, Winterweizen, Sommergerste usw.) vorfinden. Der Fang und die Bestimmung von 8.374 Käfern in 124 Arten, das Auszählen der Mäusebauten auf Probeflächen und die Ermittlung der Regenwürmer auf den verschiedenen Flächen lieferten wichtige Grundlagen.
In einem zweiten Schritt wurde ermittelt, welche der vorhandenen Nahrung vom Steinkauz tatsächlich gejagt wird. Dazu wurden aus den unverdauten Nahrungsbestandteilen, die der Steinkauz als Gewölle auswürgt, die Beutetiere bestimmt. Außerdem wurde mithilfe einer Videokamera festgehalten, welche Nahrung der Steinkauz zum Füttern der Jungtiere in die Höhle einträgt. Die Hauptarbeit bestand darin, sechs mit Sendern versehene Steinkäuze nachts zu beobachten, um festzustellen, auf welchen Flächen sie jagen.
Um dies zu erforschen, hat der NABU im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht vor einigen Jahren eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt. Ziel war es, die Nahrungsgrundlage der rheinhessischen Steinkäuze zu untersuchen. Dazu wurde zuerst ermittelt, welches Nahrungsangebot sie auf den unterschiedlichen Nutzungstypen (Weinberg, Zuckerrüben, Winterweizen, Sommergerste usw.) vorfinden. Der Fang und die Bestimmung von 8.374 Käfern in 124 Arten, das Auszählen der Mäusebauten auf Probeflächen und die Ermittlung der Regenwürmer auf den verschiedenen Flächen lieferten wichtige Grundlagen.
In einem zweiten Schritt wurde ermittelt, welche der vorhandenen Nahrung vom Steinkauz tatsächlich gejagt wird. Dazu wurden aus den unverdauten Nahrungsbestandteilen, die der Steinkauz als Gewölle auswürgt, die Beutetiere bestimmt. Außerdem wurde mithilfe einer Videokamera festgehalten, welche Nahrung der Steinkauz zum Füttern der Jungtiere in die Höhle einträgt. Die Hauptarbeit bestand darin, sechs mit Sendern versehene Steinkäuze nachts zu beobachten, um festzustellen, auf welchen Flächen sie jagen.
Und wieder ein sehr gutes Jahr für den Steinkauz!
Der NABU Mainz kümmert sich seit ca. 30 Jahren mit zahlreichen Helfern ehrenamtlich um die Steinkäuze und
auch um Schleiereulen im Mainzer Umland.
Ein junger Steinkauz (Foto: Rainer Michalski)
In ca. 25 Orten und Vororten rund um Mainz wurden in den letzten Jahren ca. 120 Niströhren
für die niedlichen Kleineulen aufgehängt. Denn ohne menschliche Hilfe könnten
sie in Rheinhessen nicht überleben – es fehlt an natürlichen Bruthöhlen in alten
Bäumen. So mancher einsame Obstbaum im Weinberg fiel der Flurbereinigung zum Opfer; was
an Bäumen blieb, ist oft noch zu klein. Also hat der NABU für künstliche
Nistplätze gesorgt - und das mit großem Erfolg!
In diesem Jahr staunten die Helfer nicht schlecht, als sie die Niströhren öffneten, um die Jungvögel zu beringen. Mehr als 90 Jungeulen kamen zum Vorschein, davon etwa 40 allein in der Verbandsgemeinde Bodenheim! „Die tatsächliche Anzahl liegt wahrscheinlich noch viel höher, einige sind uns einfach davongeflogen“, berichtet Karin von Boeckh. Der milde Winter und das warme Frühjahr sorgten bei manchen Paaren für einen sehr frühen Brutbeginn. Das gute Mäusejahr lieferte den „Treibstoff“ für ein schnelles Wachstum der Jungvögel. Daher wiesen sie große Unterschiede in der Entwicklung auf. Während in manchen Röhren noch flaumige Küken saßen, waren die Jungen aus anderen Röhren schon ausgeflogen. Karin von Boeckh beurteilt die Lage gelassen: „Das ist für uns kein Problem - Hauptsache den Vögeln geht es gut! Allen Helfern möchte ich herzlich für ihr Engagement danken.“
In Drais hatte ein Brutpaar leider keinen Erfolg. Fünf tote Jungvögel wurden in der Röhre entdeckt. Doch die Bälger wurden dem Naturhistorischen Museum in Mainz übergeben, das damit eine Steinkauzfamilie für die Ausstellung aufbaut! Daher ruft Frau von Boeckh dazu auf, tote Vögel (im tiefgefrorenen Zustand!) und auch taube Eier dem Museum zu übergeben. So können sie noch einer pädagogisch sinnvollen Verwendung zugeführt werden.
Doch andernorts fand eine ähnliche Tragödie noch ein glückliches Ende: In Udenheim wurden in einem Nistkasten verlassene junge Schleiereulen gefunden. Einige waren tot, 2 lebten noch. Sie wurden zunächst von Herrn Beißmann aus Zornheim aufgepäppelt, dann zu 3 ähnlich alten Jungvögeln in einen von ihm betreuten Schleiereulenkasten gesetzt. Und tatsächlich: Die neuen Eltern haben sie „adoptiert“, so dass 5 junge Schleiereulen in Zornheim ausgeflogen sind!
Kontakt: Karin von Boeckh, Tel. (0 61 31) 47 69 88
In diesem Jahr staunten die Helfer nicht schlecht, als sie die Niströhren öffneten, um die Jungvögel zu beringen. Mehr als 90 Jungeulen kamen zum Vorschein, davon etwa 40 allein in der Verbandsgemeinde Bodenheim! „Die tatsächliche Anzahl liegt wahrscheinlich noch viel höher, einige sind uns einfach davongeflogen“, berichtet Karin von Boeckh. Der milde Winter und das warme Frühjahr sorgten bei manchen Paaren für einen sehr frühen Brutbeginn. Das gute Mäusejahr lieferte den „Treibstoff“ für ein schnelles Wachstum der Jungvögel. Daher wiesen sie große Unterschiede in der Entwicklung auf. Während in manchen Röhren noch flaumige Küken saßen, waren die Jungen aus anderen Röhren schon ausgeflogen. Karin von Boeckh beurteilt die Lage gelassen: „Das ist für uns kein Problem - Hauptsache den Vögeln geht es gut! Allen Helfern möchte ich herzlich für ihr Engagement danken.“
In Drais hatte ein Brutpaar leider keinen Erfolg. Fünf tote Jungvögel wurden in der Röhre entdeckt. Doch die Bälger wurden dem Naturhistorischen Museum in Mainz übergeben, das damit eine Steinkauzfamilie für die Ausstellung aufbaut! Daher ruft Frau von Boeckh dazu auf, tote Vögel (im tiefgefrorenen Zustand!) und auch taube Eier dem Museum zu übergeben. So können sie noch einer pädagogisch sinnvollen Verwendung zugeführt werden.
Doch andernorts fand eine ähnliche Tragödie noch ein glückliches Ende: In Udenheim wurden in einem Nistkasten verlassene junge Schleiereulen gefunden. Einige waren tot, 2 lebten noch. Sie wurden zunächst von Herrn Beißmann aus Zornheim aufgepäppelt, dann zu 3 ähnlich alten Jungvögeln in einen von ihm betreuten Schleiereulenkasten gesetzt. Und tatsächlich: Die neuen Eltern haben sie „adoptiert“, so dass 5 junge Schleiereulen in Zornheim ausgeflogen sind!
Kontakt: Karin von Boeckh, Tel. (0 61 31) 47 69 88
Steinkauz auf Ast
Der alte Kauz
Die Sonne schiebt die Wolken vor,
die Käuzchen schlafen in der Höhle,
da stellt der Kauz sich in sein Tor -
besorgt, dass seiner Brut nichts fehle.
Er lupft die schweren Augenlider,
schaut ins trübe Licht hinein,
späht prüfend in den Acker nieder,
spricht: Frühe Beute hol ich heim.
Die feinen kleinen Ohren spitzen
die, die in der Röhre sitzen:
Sie fühlen schon den leeren Magen
und hören gern vom Jagen sagen.
Hildegard Eifler (09.05.2007)
Steinkäuze und (Miss-)(Erfolgs-)Geschichten
Es ist nach wie vor so: Die Wiederansiedlung, Rettung, Betreuung der Steinkäuze in Rheinhessen ist eine
Erfolgsgeschichte der NABU-Arbeit seit den 80er-Jahren. Das Nahrungsangebot ist passend für
Steinkäuze in Weinbergen und Obstplantagen mit niedrigem Bodenbewuchs; fehlende Nistmöglichkeiten
(in einzeln stehenden Bäumen mit Höhlen) ließen die Steinkauz- Zahlen bis 1980
drastisch auf wenige Exemplare sinken. Zum Glück akzeptierten die Vögel die Menschenhilfe:
künstliche Niströhren. Hier einige Geschichten aus 2010, 2011.
Menschen
Im Gebiet des NABU Mainz kümmern sich z.Z. 9 (demnächst 11) Menschen um Steinkäuze. Dabei sind immer noch Dieter
Roth (Nieder-Olm) und Karl-Heinz Schäfer (Ober-Olm), die schon 1965 (!) mit dieser Arbeit begannen. „Kümmern“ heißt: ca.
120 Niströhren reparieren, reinigen, kontrollieren auf Brut, Bruterfolg, Fremdlinge und neue Röhren aufhängen. Außerdem
sind jeweils im Juni 4 ausgebildete „Beringer“ unterwegs.
Alt geworden
Daten an Ringen brütender Altvögel und auch tot aufgefundener Tiere geben Aufschlüsse über ihre Flugwege und ihr
Alter. Ein so (2003) gefundenes lebendes Tier war 8 Jahre alt und 500 m entfernt vom Beringungsort. Großes Alter! Normaler
Bewegungsradius.
Große Junge, kleine Junge
2011 in Drais: Beringung von Jungen in 2 Röhren, die mit einem Alter von 25-30 Tagen kurz vor dem Ausfliegen sind. Und
gleichzeitig Fund in einer anderen Röhre von wenige Tage alten Winzlingen, von deren Füßchen jeder Ring abrutschen
würde. (Diese Zeitspanne wurde schon häufiger beobachtet.)
Geduld
Viele Jahre lang hingen in Drais (u.a.) 2 bestimmte Röhren - leer. 2011 wurden in ihnen insgesamt 6 Junge beringt. Große
Freude bei den Menschen - nach den Jahren der Fragen.
Umzug
Im Layenhof ist 2010 möglicherweise ein Steinkauzpaar in einer Röhre gestört worden und umgezogen in eine benachbarte
Röhre, im Jahr 2011 vielleicht sogar in eine natürliche Röhre; denn der Betreuer fand beide Röhren leer, hörte aber
immer wieder das Rufen der Steinkäuze. (Das langfristige Ziel des Naturschutzes ist es, für den Erhalt alter höhlenbildener
Bäume zu sorgen - Nussbäume, andere Obstbäume. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir ahnen, dass Bauern einen Baum
haben stehenlassen, weil (?) eine Steinkauzröhre darin hängt.)
Nochmals Geduld - im Winter
2010 und wohl auch 2011 sind bei uns weniger junge Käuze beringt worden als sonst. (2010: 41; 2011 ca. 50). Die beiden
letzten Winter waren sehr schneereich. (Schnee macht das Aufspüren von Mäusen für Steinkäuze sehr schwierig.) Und
dann gab es 2011 in Ober-Olm eine nie erlebte Dichte von Steinkäuzen: 7 Bruten in einem Gebiet von nicht einmal 0,75 qkm!
Ursache ist vielleicht, dass der Betreuer im Winter für die Alttiere Futter (Eintagsküken) in die Röhren legte.
(Steinkäuze sind standorttreu, bleiben im Winter hier, fliegen über km auf Futter- oder Bruthöhlensuche.)
Großes Fragezeichen
Ein ganz frisches Erlebnis 2011: In einer Röhre wurden 4 prächtige Junge beringt, auch gewogen und vermessen.
6 Tage später fand der Betreuer sie in und neben der Röhre - tot, aber unverletzt. Er wog sie - ihr Gewicht hatte
im Mittel um 1/3 abgenommen! Verhungert?! Dann fiel dem Betreuer ein (er besucht „seine“ Steinkäuze
wöchentlich), dass er schon kurz vor der Beringung die Steinkauzeltern nicht mehr gesehen hatte. Was ist mit den beiden (!) alten
Steinkäuzen geschehen??
Gefahren
für Steinkäuze sind u.a.
- Nahrungsmangel im Winter (s.o.)
- Nahrungsmangel bei umgebenden hochwachsenden Raps-, Rüben-, Getreidefeldern
- Marder (die Betreuer versuchen mit viel Fantasie und Aufwand, die Röhren davor zu schützen)
- nachtaktive „Greif“-Vögel wie Waldohreule und Waldkauz
- Vergiftung des Futters durch Pestizide
Fremdbelegung
Wir fanden schon mal in Steinkauz-Röhren:
Dank an alle Betreuer und Beringer! Und an den Fotografen Josua Dietze!
- Kohlmeisen-, Staren-, Wiedehopfbruten
- Gartenschläfer (sie werden vom Steinkauz verjagt, wenn er denn unbedingt in die Röhre rein will)
- ein Eichhörnchen-Winterfutter-Lager
- Honigbienen (nach 2 Jahren war wieder ein Steinkauz in der Röhre)
- Ameisenvolk (die Röhre haben wir dauerhaft „vermietet“)
Dank an alle Betreuer und Beringer! Und an den Fotografen Josua Dietze!
![[ Weißstorch - Foto: Frank Derer ] [ Weißstorch - Foto: Frank Derer ]](/img/kopf/storch.jpg)
