Projekt Bleichkopf + Saubach

Schafe vernetzen Biotope

Etwa 600 ehrenamtliche Arbeitsstunden hat der NABU Mainz im letzten Jahr gemeinsam auf seinen zahlreichen Schutzflächen gearbeitet, Schweißtropfen Einzelner nicht mitgerechnet. Warum tun wir das? Natürlich haben wir Spaß daran, sind gern in der Natur und an der frischen Luft und freuen uns über das gemeinsame Werkeln mit Gleichgesinnten ...

Schafe auf einer Bleichkopf-Fläche (Foto: Karin von Boeckh) Schafe auf einer Bleichkopf-Fläche (Foto: Karin von Boeckh)

Das eigentliche Ziel ist der Erhalt oder die Wiederherstellung von Biotopen, die als Lebensgemeinschaften mit ihren Pflanzen und Tieren selten geworden sind. Da ist einmal in Rheinhessen der spärliche Wald, in den wir langsam durch Schenkungen (und geplante Käufe) im Jugenheimer Klauer eindringen. Viel wichtiger sind aber die Brachen und Wiesen, die vereinzelt in die alles überziehende, intensive Landwirtschaft mit ihren Düngerund Pestizid-belasteten Flächen eingestreut sind. So kümmern wir uns in Jugenheim, neben vielen Flächen in anderen Gemeinden, inzwischen um etwa 7 Hektar. Wir entwickeln sie zu offenen oder halboffenen, mageren Halbtrockenrasen, die Heimat für seltene Orchideen, Heuschrecken und Schmetterlinge. Es sind Inseln in einer massiv bewirtschafteten Landschaft, auf denen sich bedrohte Tiere und Pflanzen halten und vielleicht weiter ausbreiten können.

Nicht alle Tiere können fliegen, und Pflanzensamen haben Probleme beim Überwinden dichter Feldgehölze oder großer Weinberge. Darum ist es so außerordentlich wichtig, zwischen unsere Biotope weitere offene Flächen als Trittsteine einzubauen und durch breite, offene Gassen zu vernetzen. Damit sind wir 2006 ein gutes Stück vorangekommen.

In einem etwas schwierigen Pflegeeinsatz auf sehr steilem Gelände haben wir im Herbst in ein Feldgehölz von etwa 200x80 m² (1,6 ha) am Jugenheimer Goldberg, von dem uns große Teile gehören, breite horizontale und vertikale Gassen geschnitten. Hier lassen sich Weidezäune aufstellen, und unsere Schafe haben begonnen, Wege für die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen zu fressen. Naturschutz durch Nutzung!

Außerdem haben auf dieser Fläche die Jugendlichen vom Internationalen Bund IB eine schöne Feldsteinmauer gebaut, die Insekten, Eidechsen usw. als Lebensraum dienen soll.

Nach zahlreichen Pflegeeinsätzen nah und fern von Jugenheim traf sich der NABU Mainz Ende August zu einem kleinen Grillfest in der Hütte bei unseren Saubach-Teichen: ein fröhlicher Abend bis tief in die Nacht!

aus: NABUlletin 01/2007 (Nr. 21), Seite 11/rvb

 

MITGLIEDSCHAFT IM NABU
Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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