30 Jahre NABU Mainz

Geschichten aus der Gründerzeit

Nicht alle Jubiläen sind ein Grund zum Feiern. Dieses schon: Der NABU Mainz und Umgebung wurde im März 2007 30 Jahre alt. Ein Gründungs- und inzwischen auch Ehrenmitglied erzählt.

Infostand anno tobac (Foto: P. Schwenzer) Infostand anno tobac (Foto: P. Schwenzer)

Im vergangenen März konnte die Ortsgruppe Mainz und Umgebung des Naturschutzbundes (früher: DBV-Ortsgruppe Mainz und Umgebung) ihr dreißigjähriges Bestehen feiern. Mich freut ganz besonders die positive Entwicklung dieser Ortsgruppe, die auf meine Initiative hin vor dreißig Jahren als Ortsgruppe Mainz-Lerchenberg des deutschen Bundes für Vogelschutz e.V. in Mainz-Lerchenberg gegründet wurde.

Nachdem ich 1975 auf eine Gruppe junger DBV-Mitglieder in meinem Mainzer Stadtbezirk gestoßen war, schlug ich Ende 1976 dem damaligen DBV-Bezirksvorsitzenden bei einer Mitgliederversammlung in Mainz vor, doch eine Ortsgruppe zu gründen, da in Mainz keine bestand. So geschah es, dass die Ortsgruppe im März in Mainz-Lerchenberg als OG Mainz-Lerchenberg gegründet wurde, nachdem wir sieben Mitglieder versammelt hatten. Der eigentliche „Sachverständige“ in Sachen Vogelschutz und Vogelkunde, Andreas Bitz, wollte nicht Vorsitzender der Gruppe werden, so dass die Wahl dann auf mich fiel.

Nach kurzer Zeit schon war die Bezeichnung OG MZ-Lerchenberg unzureichend, denn in Mainz gab es schon eine Reihe Mitglieder, jedoch keine OG für die gesamte Stadt, und wir erreichten auch ständig mehr Menschen, die nach und nach Mitglied des DBV wurden. Daher wurde die Bezeichnung schon bald in OG Mainz umgewandelt.

Erste Aktivitäten waren Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden (Kommitee gegen den Vogelmord e.V., Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.) und DBV-Mitgliedern mit Ausstellungen und Vorträgen, die meistens im Bürgerhaus MZ-Lerchenberg stattfanden, aber auch Informations- und Verkaufsstände in der Mainzer Innenstadt, die sehr nützlich für die Mitgliederwerbung und die Finanzierung unserer Aktivitäten waren, wenn auch sehr rudimentär ausgestattet. Vor allem verkauften wir DBV-Produkte wie Bücher, Vogelund Naturführer, Poster und Streichhölzer mit Vogelmotiven, damals ein Verkaufserfolg des DBV und verhältnismäßig einträglich.

Auf einer Mitgliederversammlung des DBV-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, die von uns in Mainz-Lerchenberg organisiert wurde, erhielten wir die Genehmigung, unsere OG in Mainz und Umgebung umzubenennen, da die Mitgliederzahlen inzwischen stark angewachsen waren und die ganze Umgebung der Stadt Mainz einschlossen. Da Mainz keine Kreisstadt ist, wurde die Bezeichnung „Kreisgruppe“ abgelehnt.

Höhepunkt meiner Arbeit als Vorsitzender war der „Mainz-Wiesbadener Naturschutztag“, der mit der Unterstützung der Stadtverwaltung Mainz an drei Tagen im Mainzer Rathaus und zusammen mit verschiedenen Informationsständen (leider beeinträchtigt durch eine Demonstration der Gewerkschaften) stattfand: Ausstellungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Fernseh- und Radiopräsenz. Bei der Organisation half uns sehr ein neues Mitglied, das sehr bald zum Schriftführer wurde und das wir an einem Informationsstand gewonnen hatten: Herr Dr. Wilde. Auch erinnere ich mich noch gut an das Gespräch beim SWF, das doch viele Leute gesehen hatten.

Als ich mich Ende 1978 entschlossen hatte, mein Abitur an einer Deutschen Schule in Spanien (Malaga) zu machen und dort auch zu studieren, zählte unsere OG inzwischen 200 Mitglieder und hatte erfolgreich und verantwortlich zusammen mit der OG Bingen an der „Aktion Schwabenheimer Schilf“ mitgewirkt und von der Firma Boehringer Ingelheim eine damals stattliche Spende für den Kauf des Feuchtgebiets erhalten. Kurz vor meiner Übersiedelung nach Spanien gab ich dann den Vorsitz an Herrn Dr. Wilde ab, der unter meiner Leitung von der Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Es waren zwei sehr intensive Jahre, während der ich auch ein Jahr lang Stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Mainz-Lerchenberg und Gründer und Vorsitzender der Schüler-Union Ingelheim war.

Nebenbei gesagt: In Deutschland funktionieren demokratische Strukturen sehr gut, sowohl in Vereinen als auch in Parteien, während das in Spanien leider nicht der Fall ist. Im DBV hatten wir viele Mitgliederversammlungen, es gab auch schon mal Spannungen und Machtkämpfe, aber am Ende konnte man mit pragmatischer und überzeugter Führung der Ortsgruppe eine gute Basis für die Zukunft schaffen, und das hat sich ja auch bewährt, wie ich in den letzten Jahren immer wieder feststellen konnte. Daher auch meinen Glückwunsch an Herrn Dr. Wilde und seine Nachfolger, die mein Gründerwerk erfolgreich voranzubringen verstanden haben.

aus: NABUlletin 02/2007 (Nr. 22), Seite 15f./ps

 

MITGLIEDSCHAFT IM NABU
Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

Werden Sie aktiv!

Die Natur braucht eine starke Lobby! Als NABU-Mitglied können Sie sich für ihren Schutz effektiv einsetzen.

Jetzt Mitglied werden!