NABU-Regionaltreffen in Jugenheim

Um einen regen Austausch zwischen den NABU-Gruppen der Region zu ermöglichen und um deren Gemeinschaftsgefühl zu stärken, finden zwei Mal im Jahr sog. Regionaltreffen statt.


Foto: Rainer Michalski Foto: Rainer Michalski

Am Samstag, 2. Juni, trafen sich in Jugenheim 14 NABU-Vertreter aus vier rheinhessischen Gruppen zum zweiten Regionaltreffen in diesem Jahr auf Einladung des NABU Mainz und Umgebung, der hier am und auf dem Bleichkopf zahlreiche Flächen besitzt und betreut. Fachkundig geführt von Rainer von Boeckh und Heinfried Greß ging es zunächst zu den botanischen Höhepunkten im Gebiet: Auf einer im Zug der Flurbereinigung vom Oberboden frei geräumten Fläche stand die Bienenragwurz in voller Blüte, von Mückenhändelwurz und Purpurknabenkraut zeugten noch geschlossene bzw. trockene Blütenstände.

Durch gezielte Schafbeweidung hält Heinfried Greß diese und viele weitere Flächen offen. Andere werden durch Mahd gepflegt. Der Boden dieser Weinbergsbrachen ist trotz aufgegebener Bewirtschaftung oft noch auf Jahre hinaus sehr nährstoffreich. Die Artenvielfalt ist dann noch nicht so groß, sondern muss sich erst entwickeln.

Der NABU Mainz bemüht sich, durch Kauf weiterer Flächen einen Biotopverbund zu schaffen, so dass ein Einwandern seltener Pflanzenarten von artenreichen Flächen möglich wird. So soll das Gebiet zu einer Naturinsel im von intensivem Weinbau geprägten Rheinhessen werden.

Das nächste Ziel war der Bleichkopf selber. Hier wies Rainer von Boeckh auf die vom NABU angepflanzten Speierlinge hin und nutzte die Gelegenheit, um einen großen Missstand zu erläutern: Bei Bepflanzungsmaßnahmen in der freien Landschaft werden meist nicht-autochthone Gehölze, beispielsweise Haselnüsse aus Polen, gesetzt. Die Optik stimmt, doch vielfach sind diese Pflanzen vom Erbgut her schlecht an die regionalen Bedingungen im Pflanzgebiet angepasst. Zudem besteht die Gefahr der Einkreuzung ungünstiger Eigenschaften in die heimischen Bestände. Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft FAWF in Trippstadt will Abhilfe schaffen und vermehrt gezielt Gehölze aus heimischen Herkünften. Interessenten können sie von dort beziehen (Tel. 06328-98210) und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der an unsere Bedingungen angepassten heimischen Pflanzenwelt, statt Florenverfälschung zu verursachen.

Oben auf dem Gipfel angekommen gab es für die Exkursionsteilnehmer neben der herrlichen Aussicht Wein aus dem Anbau von Heinfried Greß.

Auf dem Weg bergab wurde uns erklärt, dass im trockenen Rheinhessen ein Eichen-Hainbuchen-Wald die sich natürlich einstellende Vegetation sei. Eine entsprechende Initialpflanzung eines solchen Waldes auf einer weiteren NABU Fläche wurde durch den Appetit der viel zu zahlreichen Rehe erschwert, da diese gerade Eichen und Hainbuchen als Leibspeise mögen.

Gemütlicher Ausklang war dann im Weingut Priester in Jugenheim, wo der NABU-Landesvorsitzende Siegfried Schuch schon auf die Wanderer wartete. Bei Wein, heimischen Spezialitäten und Gesprächen in gemütlicher Runde ging die Veranstaltung hier zu Ende.

Das nächste Regionaltreffen wird voraussichtlich Anfang 2008 vom NABU Bad Kreuznach gestaltet.

aus: NABUlletin 02/2007 (Nr. 22), Seite 29/kg

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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