Naturschutzbeirat der Stadt Mainz

Auf der Kontakt-Seite unserer Website können Sie lesen, dass Mitglieder unseres Vorstandes in „Naturschutzbeiräten“ mitarbeiten. Was aber ist das? Stefan Dorschel, Revierförster im Lennebergwald und Vorstandsmitglied im NABU Mainz, gehört zum Naturschutzbeirat Mainz und auch zum Naturschutzbeirat Kreis Mainz-Bingen. Er beschreibt hier die Aufgaben und Ziele dieser Beiräte.

Landschaft mit natürlich gewachsener Hecke (Foto: Karin von Boeckh) Landschaft mit natürlich gewachsener Hecke (Foto: Karin von Boeckh)

Im Landesnaturschutzgesetz ist festgelegt, dass in jedem Kreis und in kreisfreien Städten bei den Naturschutzbehörden „zu deren Beratung und Unterstützung sowie zur Förderung des allgemeinen Verständnisses für die Belange der nachhaltigen Entwicklung von Natur und Landschaft unabhängige Fachbeiräte für Naturschutz“ zu bilden sind. Der Fachbeirat ist von der Naturschutzbehörde über wesentliche Vorgänge zu unterrichten, insbesondere über die Vorbereitungen von Rechtsverordnungen (z. B. für Schutzgebiete, Unterschutzstellung von Bäumen), Landschaftsplanung und Planungen, bei denen die Naturschutzbehörde mitwirkt, wie bei Bauvorhaben außerhalb der geschlossenen Bebauung.

Der Beirat kann Anregungen geben, wird über die getroffenen Entscheidungen und ggf. Gründe für Abweichungen von seinen Vorschlägen informiert.

In den Beirat werden sachkundige Personen berufen, darunter fünf Vertreter der anerkannten Naturschutzverbände, z. B. in Mainz NABU, BUND, GNOR, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Landesjagdverband, aus der Land- und Forstwirtschaft und der Industrie- und Handelskammer sowie der Naturschutzbehörde des benachbarten Landkeises Mainz-Bingen.

ausgeräumte Landschaft (Foto: Karin von Boeckh) ausgeräumte Landschaft (Foto: Karin von Boeckh)

Durch diese Zusammensetzung werden die behandelten Themen unter den vielfältigen Gesichtspunkten des Natur-schutzes - wie Schutz brütender oder ziehender Vögel, besonders streng geschützter Säugetierarten (z. B. Fledermäuse, Hamster), Schutz wertvoller Pflanzenbestände, Biotopvernetzung - betrachtet, zu denen einzelne Mitglieder besondere Kenntnisse beitragen können. Bei einigen dieser Schwerpunkte kann es durchaus zu unterschiedlichen Zielen kommen, wenn man z. B. bedenkt, dass die Verbuschung von Landschaftsteilen für einige Vogelarten positive Folgen und für andere Vogelarten und die Bodenvegetation negative Folgen haben kann.

Weitere zu berücksichtigende Aspekte sind der Erhalt des Landschaftsbildes, die Erholungsqualität und die Vermeidung der Zersiedelung der Landschaft (Bauvorhaben, Wind- und Solarenenergieanlagen) und die berechtigten Ansprüche der klassischen Nutzer der Landschaft, nämlich Land- und Forstwirtschaft und Jagd.

Dabei liegt allen Mitgliedern der Umweltschutz im Allgemeinen am Herzen, so z.B. der Umbau zu einer Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, der aber nicht auf Kosten der Natur erfolgen darf.

In den nächsten Jahren wird sich der Fachbeirat mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Ausbau der A 643 und der Schiersteiner Brücke, der Entwicklung der Rheinauen, des Layenhofs und der Zitadelle sowie unzähligen kleineren und größeren Bauvorhaben in Mainz beschäftigen müssen.

Die Arbeit im Naturschutzbeirat kann zwar keine großen unmittelbaren Erfolge aufweisen, kann aber wichtig sein für die Unterstützung der Naturschutzbehörde.

aus: NABUlletin 01/2010 (Nr. 27), Seite 21/sd

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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