Ökologische (Stadt-)Beleuchtung

Die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe möchte gemeinsam mit dem NABU Mainz und dem Umweltamt Mainz in diesem Herbst das Thema Lichtverschmutzung, auch Lichtsmog genannt, aufgreifen. Im vorigen Heft NABUlletin 1/2011 (S. 42) hatte Heike Töngi schon einen grundsätzlichen Artikel zu „schlechten“ und „guten“ Lichtquellen geschrieben.


Jetzt ist es so weit: Vom 5. September bis 29. Oktober wird im Umweltinformationszentrum (UIZ) der Stadt Mainz, Dominikanerstraße 2, die Ausstellung „Ökologische Stadtbeleuchtung“ des NABU Bundesverbandes zu sehen sein. Neben einer kurzen Eröffnung Anfang September werden im Laufe der dann folgenden Wochen auch Vorträge zum Thema angeboten.

Ausstellung und Begleitprogramm haben drei Themenschwerpunkte:

1. Platzbeleuchtung der Stadt Mainz – Energieeinsparung und optische Aufwertung sind kein Widerspruch.
Foto: Siteco GmbH, Günter Fageth,  www.siteco.de/de/unternehmen.html Foto: Siteco GmbH, Günter Fageth,  www.siteco.de/de/unternehmen.html

Der öffentliche Raum in den Städten gewinnt auch in den Abendstunden zunehmend an Bedeutung. Um in Zeiten eingeschränkter finanzieller Mittel weiterhin öffentliche Plätze und einzelne Gebäude sinnvoll zu beleuchten, hat die Stadt Mainz schon vor Jahren ein Beleuchtungskonzept erstellt. (Es wird auf einer der Ausstellungstafeln lobend erwähnt.)

Das neue Konzept sieht zum Beispiel unter anderem eine gestaffelte Beleuchtung der Zitadellenmauer mit Uplights vor. Oder durch Akzentuierung einiger Gebäudeteile des Mainzer Doms wirken diese noch interessanter, ohne dass eine Blendung den optischen Eindruck stört. Unausgeleuchtete Flächen, hohe Wattzahlen und Lichtsmog gehören hier der Vergangenheit an.

Unter dem   Link (1) ist das Beleuchtungskonzept des Stadtplanungsamts von Mainz im Internet mit Plänen erläutert. Dort finden Sie unter „Beleuchtungsprojekte“ auch Bilder von schon umgesetzten Projekten.


2. Beeinträchtigung der Gesundheit der Bevölkerung.

Menschen nutzen den Tag für vielerlei Aktivitäten, und die Nacht dient als Ruhephase. Wird dieser Biorhythmus durch taghelle Nächte durcheinander gebracht, kommt es zur Störung des Zeitempfindens und damit zu Schlafstörungen. Die Nacht kann nicht mehr zur Regeneration genutzt werden.


Foto: Siteco GmbH, Günter Fageth,  www.siteco.de/de/unternehmen.html Foto: Siteco GmbH, Günter Fageth,  www.siteco.de/de/unternehmen.html

3. Behinderung der natürlichen Abläufe.

Zugvögel navigieren mit Hilfe des Sternenhimmels. Hohe erleuchtete Gebäude ziehen die Vögel an und können sie vom Kurs abbringen. Farbiges Licht stört vor allem die Wahrnehmung des Rotkehlchens. Seine Orientierung geht verloren und viele Tiere kollidieren mit dem Bauwerk. Frösche, Kröten, Fledermäuse und ein Teil der Insektenarten sind ausnahmslos nachtaktiv. Viele Insekten werden durch künstliche Beleuchtung geradezu aus der Landschaft herausgesaugt, was zwar Fledermäusen Vorteile bei der Jagd im Lichtkegel der Straßenlampen verschafft. Doch durch die Verschiebung des Artenspektrums geraten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Auch Pflanzen brauchen den Tag-/Nachtrhythmus für die wichtige Photosynthese. Mehr Informationen zum Thema finden Sie in dem GEO-Artikel Aprilheft 2011 von Herrn Sebastian Kretz:   Link (5) )

aus: NABUlletin 02/2011 (Nr. 30), Seite 12f./ht

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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