Natur: Pilze

Pilzrapport 2013

Wieder eine Pilzsaison, die sehr vom Wetter bestimmt war


Pappelraufußröhrling (leccinum duriusculum – sehr selten!) (Foto: Anna Wulfgramm) Pappelraufußröhrling (leccinum duriusculum – sehr selten!) (Foto: Anna Wulfgramm)

Die angekündigten Pilzwanderungen am 27. Juli und 24. August 2013 fielen nicht ins Wasser sondern der Trockenheit zum Opfer. Der wunderbare Sommermonat August mit heißen Sonnentagen und kaum Niederschlägen bescherte herrliche Garten-Grillfeste, aber leider keine Pilze.

Und dann Mitte September ging es los: Überall in den europäischen Wäldern explodierte das Steinpilzwachstum (leider war da keine Pilzführung angesagt).

Die „Sammler“ schleppten kistenweise Steinpilze aus den Wäldern; es kam sogar zu kritischen Situationen zwischen normalen Sammlern und der „Pilz-Mafia“. Mittlerweile durchkämmen professionelle Gruppen die Wälder und räumen alle Pilze ab, um sie anschließend zu verkaufen. Sie versuchen, teilweise aggressiv, Spaziergänger und normale Sammler zu vertreiben. Ich selbst wurde noch nicht konfrontiert, aber Spuren von rücksichtslosem Abschneiden habe ich auch schon entdeckt.

Anna Wulfgramm – die Pilzfachfrau (Foto: Juliane Wulfgramm) Anna Wulfgramm – die Pilzfachfrau (Foto: Juliane Wulfgramm)

Laut Bundesnaturschutzgesetz (Anlage 80; geschützte Pilze) ist es erlaubt, Pilze in ortsüblicher Mahlzeitmenge für den Eigenbedarf zu entnehmen; das Verkaufen ist verboten, es sei denn, es liegt eine Sammelgenehmigung vor, die die Forstämter erteilen können.

Sicher wird das Pilzwachstum so schnell nicht gefährdet, aber langfristig wird das Gleichgewicht zwischen Bäumen und ihren Pilzen empfindlich gestört.

Meine Pilzführung im Oktober war dann erfolgreich und schön; die Teilnehmer konnten sich an einer großen Vielfalt an essbaren, nicht genießbaren und giftigen Exemplaren erfreuen, alle konnten sich ihre Mahlzeit an Speisepilzen mit nach Hause nehmen.

Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) (Foto: Anna Wulfgramm) Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) (Foto: Anna Wulfgramm)

Im September absolvierte ich ein mehrtägiges Pilzseminar im Schwäbischen Wald, es war überaus schön, und ich habe wieder viel dazugelernt.

Ein schwieriges Kapitel sind die Termine: langfristig festgelegt (schon im November des Vorjahres) kann die aktuelle Situation im Sommer/Herbst nicht vorhergesehen werden. Es ist sehr schade, dann wegen Pilzmangel die Exkursionen ausfallen lassen zu müssen. Auch Absagen bei zu vielen Anmeldungen gefallen mir natürlich nicht. Zudem geht bei den Terminverschiebungen leider auch meist die Bitte um vorherige telefonische Anmeldung verloren, so dass dann in der Zeitung nur noch der Termin angegeben wird. Das führte bei einer Exkursion beispielsweise dazu, dass plötzlich 30 erwartungsvolle Sammler erschienen, was eigentlich den Rahmen sprengte. Es wurde trotzdem eine richtig schöne Pilztour!

Rettichhelmling (Mycena pura) (Foto: Eva Holch) Rettichhelmling (Mycena pura) (Foto: Eva Holch)

Also habe ich mir nach dieser Erfahrung Folgendes überlegt: Ich werde an den Samstagen 27.09.2014, 04.10.2014, 18.10.2014, 25.10.2014 keine Voranmeldungen voraussetzen, sondern jeweils um 14.00 Uhr auf dem bekannten Parkplatz Wiesbaden-Kohlheck, Tennisplätze, auf Teilnehmer warten. Mal sehen, ob das funktioniert! (Diese Ankündigung wird im NABUlletin 2–2014 wiederholt werden.)

Freuen würde ich mich wie immer über eine Spende für den NABU Mainz.

aus: NABUlletin 01/2014 (Nr. 35), Seite 16 f./aw

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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