In der Stadt Mainz

Gemeinsam unter einem Dach – Ein Projekt des NABU Mainz für den Mainzer Lerchenberg

Es gibt nicht wenige Vogelarten, die dauerhaft in unseren Städten leben. Dazu haben sie sich an die vom Menschen geschaffenen Lebensräume angepasst und bauen dort ihre Brutplätze. Bald nur noch mit Menschenhilfe möglich!?

Ein schön in die Wärmedämmung integrierter Niststein für eine Spatzenkolonie (Foto: Schwegler) Ein schön in die Wärmedämmung integrierter Niststein für eine Spatzenkolonie (Foto: Schwegler)

Diese sogenannten Gebäudebrüter finden ihre Brutplätze häufig an unsanierten und älteren Gebäuden mit ihren zahlreichen Fugen, Nischen und Spalten. Gerade diese Spezialisten stehen zunehmend vor Problemen.

Auch wenn einige dieser Vogelarten wie Haussperling oder Hausrotschwanz häufig zu sehen sind, verringern sich ihre Bestände seit Jahren, weil ihnen Brutplätze verloren gehen. Dies betrifft auch Mehlschwalben und Mauersegler. Gerade durch zwar energetisch sinnvolle Sanierungen werden aber leider wertvolle Lebensstätten (oftmals unbeabsichtigt) vernichtet. Viele Gebäudebrüter sind von Natur aus standorttreu. Sie nutzen ihre Brutstätten über Jahre. Umso fataler, wenn sie aus den Winterquartieren zurückkehren und keine Nistmöglichkeiten mehr vorfinden.

Energetisch sinnvolle Gebäudesanierungen finden auch in Mainz statt. Gegenwärtig steht dabei der Stadtteil Lerchenberg im Fokus. Für diesen Stadtteil mit ca. 6.000 Einwohnern und 2.800 Haushalten wurde im Rahmen des KfWProgrammes „Energetische Stadtsanierung“ unter finanzieller Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz ein energetisches Quartierskonzept erarbeitet. Zwei Sanierungsmanager informieren vor Ort über die Einsparmöglichkeiten an den Gebäuden.

Energetische Sanierungen und der Schutz der Gebäudebrüter muss aber kein Gegensatz sein. Deshalb hat der NABU Mainz für den Stadtteil Mainz-Lerchenberg das Projekt „Gemeinsam unter einem Dach“ ins Leben gerufen Der NABU Mainz stellt interessierten Lerchenberger Hausbesitzern, die eine Außendämmung im Rahmen dieses Konzepts anbringen, kostenlos Niststeine zur Verfügung.

Die Niststeine – Solange der Vorrat reicht!

Es gibt Sperlingskoloniekästen mit Brutstätten für gesellig lebende Vögel wie den Haussperling, Halbhöhlensteine für den Hausrotschwanz oder den Grauschnäpper und einfache Höhlenbrutsteine für die Meisen. Alle Modelle werden an der Wand befestigt und dann in die Wärmedämmung der Fassade integriert. Ein Überstreichen mit atmungsaktiver Farbe sorgt für ein unauffälliges Einfügen in die Fassade. Der Wärmeverlust ist dabei minimal, da die Kästen hinterdämmt werden können. Auch ein Verputzen der Fassade stellt kein Problem dar, sodass die Niststeine sich unauffällig in das Gesamtbild einfügen. Auch für die größeren Geschosswohnungsbauten, die möglicherweise für Mauersegler oder Mehlschwalben interessant sein könnten, stehen Möglichkeiten zur Verfügung. Gerne sind Aktive des NABU Mainz bereit, konkret vor Ort zu beraten.

Helfen Sie unseren heimischen Gebäudebrütern!

aus: NABUlletin 02/2014 (Nr. 36), Seite 18 f./dd

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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