Vorträge und Exkursionen

Der Vogel dort, der singt so schön. Doch welcher Vogel ist es denn?

Haben Sie jetzt im Februar auch schon den ersten Vogel morgens gehört? Und sich gefreut? Und nicht so recht gewusst, welcher es ist: Amsel? Kohlmeise? Rotkehlchen? Oder? Machen Sie doch mit bei einer unserer beliebten Vogelstimmen-Exkursionen! Für Anfänger und auch für Fortgeschrittene! Die Termine finden Sie im Programm. Vielleicht werden Sie noch etwas mehr gelockt, wenn Sie hier einige Berichte aus dem Jahr 2015 lesen.

Im Lennebergwald

Frühmorgens im Lennebergwald – mit Kappe: Dr. Dieter Rühl (Foto: offene Blende) Frühmorgens im Lennebergwald – mit Kappe: Dr. Dieter Rühl (Foto: offene Blende)

Dr. Dieter Rühl führte gleich 2-mal begeisterte Vogel-Interessierte (Ende März und Mitte April) morgens durch den Lennebergwald. Mit jeweils ca. 18 Teilnehmern und insgesamt 20 Vogelarten, darunter auch der Schwarzspecht. Dr. Rühl dokumentierte:

„Die Stimmung des gesamten Personenkreises war offensichtlich prima – ungeachtet der recht niedrigen Temperaturen im Freiland (red.: um 5 °C) und der frühen samstäglichen Stunden!“

Und: „… somit ließ sich fast ein Zehntel der gesamten rheinland-pfälzischen regelmäßigen Brutvogelfauna innerhalb der nur (je) 2 Stunden akustisch nachweisen, ein aus meiner Sicht durchaus beachtliches Resultat, das u. a. auch die biologisch-ökologische Wertigkeit dieses Waldgebietes an der Mainzer Peripherie … unterstreicht.“

Auf dem Rheindeich bei Heidenfahrt

Zaunkönig (Foto: Tom Dove/NABU) Zaunkönig (Foto: Tom Dove/NABU)

Hildegard Eifler führte – zusammen mit Heike Klüppelberg – eine Deichwanderung am Rhein durch. Sie dokumentierte:

„Obwohl das Wetter ziemlich schlecht vorausgesagt war, kamen am 1. Mai 14 Besucher nach Heidenfahrt, um bei einer Vogelstimmen-Exkursion mitzugehen.

Der Hinweg ging ostwärts über den Sommerdamm bis zum Hofgut Krebs und dann zurück auf dem Hauptdamm. Man befindet sich in einer erhöhten Position, schon am Beginn der Baumkronen, um beobachten und hören zu können.

Gleich zu Beginn des Weges hörten wir am „Karlsgraben“ einen Teichrohrsänger (Taktsänger).

Obwohl die Landschaft recht trüb aussah, fanden die Vögel es angenehm zu singen, und ganz besonders in Stimmung waren die Nachtigallen.

An einer Stelle des Auwaldes, wo sich die Baumkronen über uns zusammenschlossen, war die Akustik ausnehmend eindrucksvoll für die Gesänge der Vögel. Neben drei konkurrierenden Nachtigallen waren hier deutlich zu hören und zu unterscheiden der winzige Zaunkönig, der Zilpzalp (Taktsänger), der Buchfink und aus der Ferne der Kuckuck.

Die weiten Ausblicke über den Fluss und auf den Taunus zu genießen, den liebenswürdigen Anblick der Familientrupps von Graugänsen zu haben oder in der Ferne das Flöten des Pirols zu hören – das alles war Freude pur.

Was macht’s da schon, wenn man sich am Ende auf dem Hauptdamm nasse Füße holt im hohen Gras?

Die Anfänger unter uns können jetzt sicher 5 Vögel identifizieren: Amsel, Kuckuck, Nachtigall, Zilpzalp und Zaunkönig.“

Im Hahnheimer Bruch

Singendes Blaukehlchen (Foto: Tom Dove/NABU) Singendes Blaukehlchen (Foto: Tom Dove/NABU)

Es ist Tradition im NABU Mainz und Umgebung, dass es im Frühjahr auch eine „echt ornithologische“ Vogelstimmen-Exkursion gibt – geleitet durch Dr. Dieter Rinne und Olaf Strub. Diesmal am Abend. Für Fortgeschrittene! Hier ist kaum Erklären angesagt. Daher: Kein Sprechen. Sondern Hören, Gucken, Einander- Zunicken.

Olaf Strub erzählt: „Trotz widrigster Umstände (Regen und Sturm am 9. Mai, was die logischerweise wenigen Teilnehmer sogar zur Umkehr zwang) war das „ganze Ding“ wieder ein schönes. Und das Gebiet dort (Hahnheimer Bruch) ist in den Abendstunden besonders schön.“

Beobachtete Topps waren Blaukehlchen, Schwarzkehlchen, Rohrschwirl.

Im Ober-Olmer Wald

Sonnenaufgang und Raureif am Ober-Olmer Wald (Foto: Werner Wenzel) Sonnenaufgang und Raureif am Ober-Olmer Wald (Foto: Werner Wenzel)

Ich selbst (Karin von Boeckh) habe noch einmal (zum allerletzten Mal) eine morgendliche Exkursion im April im Ober-Olmer Wald geleitet: Um 5.30 Uhr: Aufwachen der Vögel; die 1. Stimme kam wie immer vom Rotkehlchen, dann Amsel, Singdrossel, …; dann kleine Wanderung bis auf den „Kunstgipfel“ im Wald mit Sonnenaufgang über den Baumwipfeln; noch Raureif auf den Wiesen. Diese Exkursion hatte sich ein NABU-Mitglied gewünscht, und eine Freundin hatte ihr den Wunsch auf diese Weise (mit einer Spende an den NABU Mainz) zum runden Geburtstag erfüllt.

Im Zitadellengraben

Eine Goldammer plustert sich in der wärmenden Morgensonne. Sie hat noch nicht gesungen am 19. April. (Foto: Werner Wenzel) Eine Goldammer plustert sich in der wärmenden Morgensonne. Sie hat noch nicht gesungen am 19. April. (Foto: Werner Wenzel)

Auch in der Stadt gibt es (besonders schützenswerte) Gebiete, wo Vögel leben und singen und gut vom Menschen beobachtet werden können. U. a. Turmfalke und sogar Wanderfalke! Besonders gelungen unter der Leitung von Dr. Dieter Thomas Tietze! Lesen Sie dazu den Artikel zur Exkursion im Zitadellengraben am 10. Mai 2015 im NABUlletin 2/2015, Seite 14.

Dr. Dieter Thomas Tietze wird auch 2016 wieder eine Exkursion im Zitadellengraben leiten (siehe Programm).

Und „Dann mal bis zum nächsten Jahr!“ meinte Frau Eifler. Dieses „nächste Jahr“ hat jetzt begonnen.
Machen Sie mit!

aus: NABUlletin 01/2016 (Nr. 39), Seite 43 f./kvb

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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