Natur-Tipp

Tipps zum Umgang mit Wespen & Hornissen

Ruhe und Abstand wahren

Feldwespe (Foto: Rainer Michalski) Feldwespe (Foto: Rainer Michalski)

Der Sommer ist da und mit ihm die schwarz-gelb gestreiften fliegenden Insekten. Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass eine große Anzahl geflügelter Insekten im schwarzgelben Look daher fliegen. Viele sind „Trittbrettfahrer“ und nutzen die auch bei Vögeln abschreckende Farbkombination, um nicht gefressen zu werden. Für uns sind fast alle dieser Tiere harmlos und besitzen oft gar keinen Stachel. Die Schwebfliege ist der bekannteste unter den stachellosen Nachahmern. Sie kann in der Luft stehenbleiben wie Libellen.

Wespen und Hornissen können dies nicht. Wenn sie etwas scharf sehen wollen, müssen sie in der Luft leicht pendeln. „Leider wirkt dieses harmlose Verhalten auf viele von uns aggressiv. Wer ruhig sitzen bleibt, stellt fest, dass die Wespe sehr bald weiterfliegt“, erzählt Heike Klüppelberg vom NABU Mainz.

Ins Reich der Märchen gehören alle Aussagen zur besonderen Gefährlichkeit der Tiere. Auch für allergisch reagierende Menschen gilt: Ruhe bewahren und sich anschauen lassen. Denn keine Wespe oder Hornisse sticht grundlos und lässt dabei ihr Leben. Insektengift-Allergiker können sich übrigens einer Hyposensibilisierung unterziehen und so ihr Gefährdungspotenzial verringern. Heike Klüppelberg: „Vorbeugend bietet es sich an, süße Speisen und Getränke abzudecken oder vom Einflugloch 2-4 m Abstand zu halten. Dann ist ein problemloses Miteinander möglich.“

In Deutschland gibt es einige 100 Wespenarten. Nur die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe werden uns am Kuchentisch oder beim Grillen lästig. „Leiden müssen auch die harmlosen Arten, wenn Wespennester „vorsichtshalber“ zerstört werden. Dabei lässt sich aus Größe und Ort des Nests schon schließen, um welche Arten es sich handelt“, sagt die Naturschützerin. Große Nester in Erdlöchern, Spalten oder dem Jalousiekasten gehören zu den beiden „unangenehmen“ Arten. Kleine frei in Büschen oder an Balken hängende Nester sind von den harmlosen Arten. Diese Bauwerke aus Holzfasern können wir ohne Bedenken hängenlassen. Ende Oktober ist das Treiben in den Wespenstaaten zu Ende. Nur die jungen Königinnen überwintern an einem geschützten Ort. Der Rest stirbt. Daher ist jetzt auch die beste Zeit, Hohlräume oder Jalousien am Haus vorsichtig von den Nestern zu säubern. So wird verhindert, dass sich Wespen im nächsten Jahr wieder ansiedeln. Denn der Geruch von alten Nestern zieht sie magisch an.

aus: NABUlletin 02/2008 (Nr. 24), Seite 34/kg

 

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Frau auf der Wiese - Foto: NABU/Marcus Gloger

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