Kalkmagerrasen am Bleichkopf

Bleichkopf

neue Trockensteinmauern am Goldberg vor der Silhouette von Jugenheim (Foto: Kurt Eppelmann) neue Trockensteinmauern am Goldberg vor der Silhouette von Jugenheim (Foto: Kurt Eppelmann)

Zu den Aufgaben des praktischen Naturschutzes gehört immer wieder das Zurückdrängen invasiver Pflanzenarten. Auch im Frühjahr 2010 sind Vorstandsmitglied Heinfried Greß und andere gegen die aggressive Orientalische Zackenschote und gegen das für Weidetiere so gefährliche Jakobskreuzkraut vorgegangen. Dafür wurden wir durch ein gutes Orchideenjahr belohnt. Und unsere Trockensteinmauern sind dank Internationalem Bund (IB) weiter gewachsen.


Seit 1998 kaufen wir mit Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz Weinbergsbrachen auf dem Bleichkopf, einem Höhenzug nördlich von Jugenheim. Mit seinem großen Südhang bietet er beste Voraussetzungen, sich zu einer Oase für wärmeliebende Tiere und Pflanzen von Magerstandorten zu entwickeln. Durch zielgerichtete Pflege, wie Entbuschungsmaßnahmen und eine extensive Beweidung mit Schafen, ist dort eine artenreiche Kulturlandschaft entstanden.

Fauna und Flora des Bleichkopfs

Bei den vom NABU initiierten Bestandsaufnahmen wurden zahlreiche Arten der Roten Liste gefunden. Auf dem Bleichkopf konnten insgesamt ca. 360 verschiedene Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen werden. Darunter befinden sich 21 Arten der Roten Listen von Rheinland-Pfalz und Deutschland. Die Flora des Bleichkopfs wird am eindrucksvollsten durch die Orchideen repräsentiert.

Von der alljährlichen Blütenvielfalt profitieren zahlreiche Schmetterlingsarten. Insgesamt konnten bei zwei Erfassungen 28 Tagfalter und Widderchen nachgewiesen werden. Davon sind 5 Arten auf der Roten Liste von Rheinland-Pfalz und Deutschland zu finden.


  • „Tu Gutes und zeige es auch mal“ – neue Informationstafeln am Bleichkopf
    Seit 1998 ist der NABU Mainz rund um Jugenheim im Naturschutz aktiv. Die große Mehrheit unserer Biotope liegen dort – Eingeweihte wissen dies. Damit nun auch Wanderer über den biologische Reichtum der Natur informiert werden können, errichtete der NABU entsprechende Informationstafeln. …

  • „Rasenmäher“: Fortsetzung
    Vorgestellt hatte ich Ihnen unsere Pflegeeinsätze mit vielen ehrenamtlichen Helfern und durch unseren Mann aus Jugenheim, Heinfried Greß, aber auch durch Schafe, durch Ziegen und durch die Selztalrinder (von J. Fiala) …

  • Pflege durch „Rasenmäher“
    Waren Sie bei unseren Pflegeaktionen 2011 dabei? Dann haben Sie mit viel frischer Luft und Heugabel oder Rechen etwas für Seele und Körper getan, nette Leute getroffen und vor allem unserer bedrohten Natur geholfen …

  • Wälder und Orchideen, Streuobst und Bienen, Pflege und Ziegen
    Die Vereinten Nationen haben 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ erklärt. Es soll weltweit auf die Bedeutung der Wälder und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung hingewiesen werden. Dies gilt nicht nur für den Amazonas. Unser NABU Mainz ist auch in Deutschland dabei! …

  • Wildrosenvielfalt in Rheinhessen und Mainz
    Wie sieht es nun in Rheinhessen mit den Wildrosen aus? Rheinhessen und Mainz sind als kalkreiche Gegenden äußerst wildrosenreich! 18 Wildrosenarten konnten wir bislang hier finden. Wenn man bedenkt, dass von den rund 30 mitteleuropäischen Wildrosenarten rund 10 Arten auf die Gebirge (v. a. die Alpen) und Küsten beschränkt sind, sind das fast alle der rund 20 Arten, die hier überhaupt vorkommen könnten! …

  • Bleichkopf: Ökologische Überraschungen
    Weite Gebiete Rheinhessens waren ehemals von Wäldern bedeckt, bevor es von Menschen besiedelt wurde. Die klimatischen Bedingungen, warm und relativ niederschlagsarm, begünstigten vor allem Eichen-Hainbuchen-Wälder. Auch heute gilt für den Bleichkopf als sog. heutige potenzielle natürliche Vegetation (hpnV) auf den oberen steileren Hängen ein Traubeneichen-Hainbuchen-Wald und in den unteren, stärker weinbaulich genutzten Bereichen ein Stieleichen-Hainbuchen-Wald. …

  • Beitrag zur Erfassung der Heuschrecken