NABU-Schutzgebiete: Jugenheim & Co.

Wald, Kartieren, Pflegen, Feiern

Bärlauch in der Nähe der Brunnenstube (Foto: Enikö Twerasa) Bärlauch in der Nähe der Brunnenstube (Foto: Enikö Twerasa)

Der NABU erhält und schafft naturnahen Wald

Der NABU Mainz und Umgebung hat viele Parzellen im Jugenheimer Wäldchen gekauft, gepachtet oder geschenkt bekommen. Wir wollen dieses wundervolle Wäldchen als seltenes Naturjuwel im waldarmen Rheinhessen bewahren: mit seinem einmaligen Bärlauchvorkommen, seinen Orchideen, Christophskraut, mit seltenen Mehlbeeren und alten Buchen und Eichen und mit Zaunkönig, Specht und Pirol.

Ganz oben im Wäldchen liegt eine uralte gemauerte Brunnenstube, die Lebensraum für Frösche und kleine Krebse ist und deren Geschichte wir leider bisher nicht kennen. Nach dem regenreichen Winter 2013/2014 fließen kleine Rinnsale über flache Tümpel ins Tal, und dazwischen entdeckte Enikö Tweraser ein winziges Erlenbruchwäldchen – eine Seltenheit im trockenen Rheinhessen.

Es gibt aber auch monotone Waldbereiche, in denen als Folge der Abholzungen nach dem letzten Krieg nur 60–70 Jahre alte Eschen in sehr engem Bestand ohne richtige Kronen wachsen.

Auf sanften Druck der rheinhessischen Förster hin haben wir hier auf etwa 3000 m² in der Nähe unserer Saubachteiche ein Experiment begonnen. Förster Koch hat einige Eschen (und eine jüngere Buche) als „Zukunftsbäume“ markiert, die durch Fällen bedrängender Nachbarbäume große, gesunde Kronen entwickeln sollen und dick und alt werden können. Einzelne gefällte Stämme sollen als ökologische Nischen im großen Wald liegen bleiben. Andere Bäume wurden „geringelt“, so dass sie absterben und zu ökologisch besonders wertvollem stehendem Altholz für Spechte und Eulen, für Insekten und Pilze werden.

Wir hoffen, dass auf den entstehenden Lichtungen kleine Bäumchen – vielleicht auch andere Arten wie Buchen oder Eichen – als Naturverjüngung Fuß fassen, so dass aus dem monotonen gleichaltrigen Eschenwald ein lebendiger, vielfältiger, naturnaher Wald entsteht – und zwar jetzt und nicht erst in 100 Jahren!

Übrigens: Nach einer neuen Umfrage des Bundesamtes für Naturschutz finden 80 % der Deutschen, dass abgestorbene Bäume und Totholz in den Wald gehören – natürlich auch in unser Jugenheimer Wäldchen!

Fällung (Foto: Rainer von Boeckh) Fällung (Foto: Rainer von Boeckh)

Kartieren

Wir wollen wieder einmal wissen, was auf unseren Schutz-Flachen in Jugenheim lebt. Seit Jahresbeginn sind 3 Kartierer unterwegs:

  • Julia Hellwig erfasst die Pflanzen
  • Fritz Strub sucht Schmetterlinge auf ausgewahlten Transekten
  • Helmut Ludewig erforscht die Laufkäfer auf einigen Flächen.
Wir warten gespannt auf die Ergebnisse.

Pflegen

Die ersten Pflegemaßnahmen 2014 laufen schon seit dem Frühjahr: durch die Schafherde von Heinfried Greß. Da die frühere Saubachrenaturierung unterhalb von Jugenheim jetzt durch neue Regenrückhalteräume der Verbandsgemeinde und durch die neue, große „Saubachwiese“ des NABU erweitert wird, hat Heinfried seinen Schafpferch jetzt auch dorthin – direkt neben unsere Wiese – verlegt.

Und am Samstag, 26. Juli 2014, ging es los mit unseren gemeinsamen, öffentlichen Pflegeeinsätzen 2014. Es gibt viel zu tun – machen Sie mit bei gesunder Bewegung in gesunder Luft mit netten Leuten. Einzelheiten finden Sie im Programm in der Heftmitte. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kommen Sie am Samstag, 20.9., 27.9., 11.10. und 18.10.2014.

Schafherde von Heinfried Greß in ihrem neuen Pferch in der Saubach-Aue (Foto: Herbert Petri) Schafherde von Heinfried Greß in ihrem neuen Pferch in der Saubach-Aue (Foto: Herbert Petri)

Feiern – traditionell

Am Pfingstmontag, 09.06.14, wanderte traditionell die Jugenheimer SPD zusammen mit dem NABU und dem Biotopbetreuer Dechent – diesmal zur Elftausend-Mägde-Mühle:

Tradition hat auch das FWG-Sommerfest am Bleichkopf (diesmal am 6.7.14): umgeben von vielen NABU-Flächen, besucht von fröhlichen NABU-Leuten und verwöhnt von der Sonne – und diesmal mit einem Wolkenbruch am Ende.

Wenn Sie diesen Text lesen, werden wir unseren gemütlichen NABU-Weinabend im Hechtsheimer Bachhof (24.7.) und unser Grillfest an unseren Saubachteichen (15.8.) bereits erlebt haben.

Wir schützen die Natur, wir entwickeln sie, wir beobachten sie und wir feiern sie! Machen Sie mit!

aus: NABUlletin 02/2014 (Nr. 36), Seite 24 f./rvb