In der Stadt Mainz: Grüne Brücke

NABU-Schutzobjekt „Grüne Brücke“

Pflanzaktion am 1. April 2012

Letztes Jahr hatte der NABU Rheinland-Pfalz seine Stadtökologie-Kampagne „Urbane Vielfalt RLP“ auf der Grünen Brücke in der Mainzer Neustadt zusammen mit dem NABU Mainz gestartet. Welche Ziele verfolgt das Projekt in Hinblick auf Umweltbildung? Was geschah 2012?

Insektenkästen werden angebracht. (Foto: Antje Christopheri) Insektenkästen werden angebracht. (Foto: Antje Christopheri)

Mit Blick auf die Vision der Steigerung der biologischen Vielfalt in städtischen Ballungsräumen bis zum Jahr 2020 (siehe Nationale Biodiversitätsstrategie Kapitel B.1.3.3) hat sich der NABU für die aktuelle Dekade vorgenommen, neue Projekte anzugehen, die einen konkreten Beitrag zur Förderung gebietsheimischer Pflanzen und Tiere in den Innenstädten von Rheinland-Pfalz leisten. Damit will der NABU öffentlichkeitswirksam darauf aufmerksam machen, wie bedeutend Grün in der Stadt für Mensch und Umwelt – insbesondere das Klima – sind, um so Akzeptanz bei der Bevölkerung für die Stadtnatur zu schaffen. Die Botschaft lautet: Stadtgrün ist für alle da, alle können auf ihrem Balkon, im Vorgarten, Hinterhof oder im öffentlichen Raum (Baumscheibe) einen sinnvollen Beitrag leisten.

Nachdem eine Patenschaftsvereinbarung mit der Stadtverwaltung für das Areal erzielt werden konnte, hat der NABU Mainz 2011 damit begonnen, die Grüne Brücke naturnah umzugestalten. Gebietsheimische Pflanzen finden hier einen Ersatzlebensraum. So wurden bei der letzten Pflanzaktion am 01. April 2012 z. B. Stauden der Gattung Backenklee gepflanzt, die nur selten kultiviert werden. Auch die Himbeerart Mainzer Waldfee hat eine neue Lebensstätte gefunden genauso wie die Frankfurter Rose, die Sammetrose Finther Zwerg sowie eine Unterart der Kletternden Hundsrose, die wegen des neuen Mainzer Autobahnringes fast ausgestorben wäre. Sehr selten ist auch die gebietsheimische Frauenmantelart alchemilla glaucescens. Alle Pflanzen sind gebietsheimischer Herkunft und werden von der Naturgärtnerei Ahornblatt bezogen.

Wildblumenhecke auf der Grünen Brücke (u. a. Bibernellrosen, Sonnenröschen und Spornblumen) (Foto: ???) Wildblumenhecke auf der Grünen Brücke (u. a. Bibernellrosen, Sonnenröschen und Spornblumen) (Foto: ???)

Für die Förderung von Hummeln, Solitärbienen und Florfliegen wurden bei der diesjährigen Pflanzaktion nicht nur Nistkästen angebracht, sondern auch nährende Gehölze wie der Weiße Holunder oder das Sonnenröschen gepflanzt. Gegenüber 2010 lassen sich schon deutlich mehr Wildbienen auf der Grünen Brücke beobachten, wie z. B. die Erdhummel, die Steinhummel und die Baumhummel. An Schmetterlingen flattern gerade Kohlweißlinge und Kleiner Fuchs. Natürlich gibt es auch Nistkästen für Spatzen, Meisen und Amseln. Ein Experiment ist ein spezieller Kasten für den Grünspecht, der ein Revier auf dem angrenzenden Feldbergplatz besetzt.

Und besonders erfreulich: Im Juni 2012 erhielt Dieter Magnus, Umweltkünstler und Planer der Grünen Brücke, das Bundesverdienstkreuz am Bande. In der Laudatio hob Bundespräsident Gauck hervor: „Inmitten von grauen Betonflächen schafft Dieter Magnus mit der Lebendigkeit und der Vielfalt natürlicher Werkstoffe einladende grüne Oasen und bringt Mensch und Natur neu zusammen.“ Er habe Städteplanern im In- und Ausland wertvolle Denkanstöße geliefert. Als bekannteste Werke nannte der Bundespräsident die Kunst- und Naturlandschaft Grüne Brücke in Mainz und den Garnethill-Park in Glasgow. Mit der Grünen Brücke in der Neustadt besitzt der NABU ein Kleinod der Stadtnatur als Projektfläche, deren Potential lange noch nicht ausgeschöpft ist.


Die 4. Pflanzaktion auf der Grünen Brücke fand mit ca. 50 SchülerInnen am 21.09.2012 statt.
Hierzu finden Sie eine Dokumentation in der folgenden PDF-Datei:
  4. Pflanzaktion Grüne Brücke Mainz, 21.09.2012 | Dateigröße: 3,33 MB

aus: NABUlletin 02/2012 (Nr. 32), Seite 10 f./al