In der Stadt Mainz

Stadtökologisch sinnvoll und wichtig für die Umweltbildung: Wildpflanzen aus dem Mainzer Sand bereichern die Grüne Brücke in der Neustadt

Beet „vorher“ … Beet „vorher“ …

… und „nachher“. (Fotos: Torsten Collet) … und „nachher“. (Fotos: Torsten Collet)

Weniger Flyer, mehr Leute! So lautete das Credo der NABU-Aktiven, die sich 2010 in Frankfurt am Main trafen, um über die praktische Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) in urbanen Räumen zu beraten. Infomaterial zum Thema Stadtökologie gab es reichlich.

Der Trend mancher Arten, aus der ausgeräumten Kulturlandschaft in die strukturreichen Stadtlandschaften zu wandern, ist hinlänglich bekannt. Viele Kommunen haben ihre wichtigsten Biotope in der City geschützt (in Mainz z. B. den Zitadellen-Graben). Aber Stadtnatur zum Mitmachen ist rar. Projekte vor der Haustür, die über das Thema Stadtnatur den Einstieg in den praktischen Naturschutz ermöglichen und der schwindenden Allgemeinbildung über heimische Tiere und Pflanzen entgegenwirken – dafür will sich der NABU einsetzen. Gesagt, getan! Seit 2011 treibt der NABU Mainz und Umgebung die naturnahe Gestaltung der Grünen Brücke in der Neustadt voran.

Aktive Mannschaft der 7. Pflanzaktion im November 2014. (Foto: Kristina Schäfer) Aktive Mannschaft der 7. Pflanzaktion im November 2014. (Foto: Kristina Schäfer)

Bei der Herbstpflanzaktion 2014 haben wir mit freundlicher Unterstützung der Naturgärtnerei Ahornblatt sowie des Grün- und Umweltamtes diesmal ein großes Beet mit Pflanzen aus dem Mainzer Sand gestaltet. Aus stadtökologischer Sicht leisten Feld-Mannstreu, Gewöhnliche Küchenschelle und die anderen „Sand-Pflanzen“ einen wichtigen Beitrag zum Ökohaushalt. Die „Rotärsch“ auf der Grünen Brücke, wie auf „rhoihessisch“ Wildbienen mit rotem Hinterleib (wie Steinhummel, Rote und Gehörnte Mauerbiene) genannt werden, wissen deren Blütenangebot von März bis Oktober zu schätzen. Hauptgrund für das vorzeitige Sterben von Hummeln und anderen Wildbienen ist nämlich der Nektarmangel, ausgelöst durch Balkone und Gärten mit Zierpflanzen ohne Nektarangebot, z. B. Geranien, sowie sterile Grünanlagen und -flächen ohne Wildblumenanteil.

Mit der Fledermausführung im Rahmen der „Nacht der Nachhaltigkeit“, gemeinsam veranstaltet mit der Landeszentrale für politische Bildung, mit dem Start des Honigbienen-Projektes der Landesstiftung Natur und Umwelt sowie den beiden NABU-Pflanzaktionen hat die Grüne Brücke 2014 ihrem Namen alle Ehre gemacht und manchen Mainzer für das Thema „Natur in der Stadt“ begeistert. Auch 2015 wird man von der Grünen Brücke hören, als Teil des Projektes „Grüne Achse zum Rhein“.

Lust mitzumachen?
Aktuelle Termine für Pflegeeinsätze finden Sie auf unserer Website unter „Unsere Pflegeaktionen“

aus: NABUlletin 01/2015 (Nr. 37), Seite 11 f./tc+al